Linke auf Wahlkampftour

15.08.2021 Die Linke zeigt sich bereit, nach den Wahlen Ende September im Bund und in Mecklenburg-Vorpommern Regierungsverantwortung zu übernehmen. Sie wirbt dort um Stimmen, wo sich derzeit viele Menschen tummeln - an den Stränden der Ostsee.

Dietmar Bartsch (Die Linke), Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, spricht zu Journalisten. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern sucht in beliebten und derzeit vielbesuchten Badeorten den Kontakt zum Wähler. Am Samstag startete die Oppositionspartei in Kühlungsborn eine mehrtägige Bühnentour entlang der Ostsee, die am Sonntag in Zinnowitz auf Usedom ihre Fortsetzung fand. Dabei thematisierte die Partei unter anderem ihre Forderung nach einer Erhöhung des Mindestlohns auf 13 Euro je Stunde. Dies führe insbesondere auch im Gastgewerbe zu Lohnsteigerungen, hieß es. Weitere Stationen der Tour sollen am 20. und 21. August Sassnitz auf Rügen und Boltenhagen in Nordwestmecklenburg sein.

Die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Simone Oldenburg, und der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Dietmar Bartsch, waren am Samstagvormittag mit der Bäderbahn «Molli» in Kühlungsborn angereist und hatten bereits in der Bahn das Gespräch mit Passagieren, vor allem Urlaubsgästen, gesucht. Auf der Bühne an der Seebrücke erläuterten beide Spitzenpolitiker die Positionen ihrer Partei und warben um Stimmen. «Wir sind ein wunderschönes Land, aber in einigen Bereichen immer noch abgehängt. MV braucht endlich sozialen Schwung, vor allem bei der Bildung, bei Löhnen und wenn es darum geht, Kinder- und Altersarmut anzupacken», erklärte Oldenburg.

Nach Ansicht von Bundestagsfraktionschef Bartsch zeigen die Schwankungen bei den Umfragen, dass die Bundestagswahl noch völlig offen und damit auch ein Linksbündnis im Bund möglich ist. «Nur mit der Linken werden die Forderungen von SPD und Grünen auch Realität - nicht mit der FDP. Wir sind der Schutzschirm gegen Laschet, Scheuer und Lindner», sagte Bartsch, der in Rostock das Direktmandat gewinnen will. Er strebt nach eigenen Angaben für seine Partei ein zweistelliges Wahlergebnis an, derzeit liegt die Linke in Umfragen bei etwa 7 Prozent. Bei der Wahl 2017 hatte sie 8,6 Prozent erreicht.

In Mecklenburg-Vorpommern finden Landtags- und Bundestagswahl zeitgleich am 26. September statt. Zur Präsentation der Wahlplakate Anfang August in Schwerin hatte Oldenburg angekündigt, dass die Linke vor allem als Sachwalterin des Ostens und Partei der sozialen Gerechtigkeit Wählerstimmen für sich gewinnen wolle. Mitte Juli war die Partei in einer Wählerbefragung im Nordosten auf 12 Prozent gekommen. Das war noch einmal weniger als bei der Landtagswahl 2016, als sie mit 13,2 Prozent ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis im Nordosten verzeichnete. Doch hofft Oldenburg auf eine Trendumkehr und eine Regierung unter Beteiligung ihrer Partei.

Für den 27. August ist in Rostock die zentrale Auftaktveranstaltung der Linken zum Bundestagswahlkampf geplant.

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