Künftig schneller nach Usedom: Grünen-Kritik

13.08.2021 Für die lang geplante Ortsumgehung von Wolgast und Zufahrt auf die Insel Usedom gibt es am Samstag den ersten Spatenstich. Eine große neue Brücke ist geplant. Doch das Verkehrsprojekt trifft nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Blick auf das Baugelände. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Autofahrer sollen in Zukunft bequemer auf die Insel Usedom kommen. Für eine Umgehung der Stadt Wolgast mit einer neuen Brücke über die Peene wollen am Samstag unter anderem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) symbolisch den ersten Spatenstich setzen. Bisher müssen etwa die zahlreichen Touristen auf der nördlichen Route nach Usedom entlang der Bundesstraße 111 durch Wolgast und über eine Klappbrücke fahren.

Nach Prognosen des Verkehrsministeriums würden 2030 im Durchschnitt mehr als 14 000 Autos täglich in Wolgast unterwegs sein. Davon sollen mehr als 9000 Autos über die neue Ortsumgehung fahren.

Die neue Zügelgurtbrücke über die Peene soll südlich von Wolgast entstehen mit einer Länge von 1,4 Kilometern, 70 Meter hohen Pylonen und 42 Metern Platz zwischen Peenestrom und Brückenunterkante. Laut Landesverkehrsministerium ist sie die erste ihrer Art in Europa. Der Baubeginn soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres erfolgen. Die Ortsumgehung soll 6,8 Kilometer lang sein. Insgesamt soll das Projekt 140 Millionen Euro kosten. Mit einer Fertigstellung der Umgehung kann laut Verkehrsministerium 2026 gerechnet werden.

Zunächst soll die alte Brücke über den Bach Ziese durch einen Neubau ersetzt werden. Dazu soll eine Behelfsbrücke entstehen. Im Frühjahr 2022 sollen dann die ersten Autos über die neue Ziese-Brücke rollen.

Die Grünen äußerten sich kritisch zu dem Millionenprojekt an der Nordzufahrt zu der Ferieninsel und forderten grundlegende Änderungen. «Der Stau wird jetzt nur auf die Insel verlagert. Usedom braucht ein Gesamtkonzept, das den Verkehr insgesamt reduziert. Dazu gehört beispielsweise, dass es wieder eine durchgehende Zuganbindung aus Richtung Berlin bis zu den Kaiserbädern gibt», erklärte Anne Shepley, Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl. Der Bau der benötigten Eisenbahnbrücke zum Inselsüden wird vom Land zwar befürwortet, steht aber nicht im Bundesverkehrswegeplan.

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