Lokführerstreik schränkt Zugverkehr in MV weiter ein

12.08.2021 Ausgedünnter Fahrplan und volle Züge: Auch am Donnerstag hat der Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL in Mecklenburg-Vorpommern massive Einschränkungen im Bahnverkehr verursacht. Dem Freitag sieht die Bahn jedoch optimistisch entgegen.

Leer sind Gleise im Bahnhof während des bundesweiten 48-stündigen Lokführer-Streiks. Foto: Stefan Sauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Streik der Lokführer hat sich auch am Donnerstag stark auf den Zugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ausgewirkt. Nachdem bereits am Mittwoch der Regionalverkehr deutlich beeinträchtigt war, fielen auch am Donnerstag zahlreiche Zugverbindungen aus. Dem Freitag sieht die Deutsche Bahn jedoch optimistisch entgegen.

Nach dem angekündigten Ende des Streiks, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgerufen hatte, am Freitag um 2.00 Uhr soll der Zugverkehr zügig in den Normalbetrieb zurückfinden, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. «Die Züge in Mecklenburg-Vorpommern werden am Freitag wieder weitgehend ihr normales Programm fahren, dafür arbeiten derzeit Dutzende Mitarbeitende in Leitstellen, Disposition und Werken», sagte ein Sprecher der Bahn. Gerade am Tagesanfang könne es jedoch noch zu vereinzelten Einschränkungen kommen. Fahrgästen werde empfohlen, sich vor Fahrtantritt erneut über ihre Verbindungen zu informieren.

Am Donnerstag galt weiterhin ein ausgedünntes Angebot. Mithilfe eines Ersatzfahrplans wurde ein Mindestangebot aufrecht erhalten. Auf der Linie RE 1 zwischen Rostock und Hamburg wurde ein Ersatzangebot mit Zügen oder Bussen eingerichtet, ebenso auf den Linien RE 3, 4 und 5. Für die S-Bahnlinien S1/S2/S3 Warnemünde - Rostock - Schwaan/Laage - Güstrow galt ebenfalls ein Ersatzfahrplan. Auf den Linien RE7 Stralsund - Greifswald, RB17/18 Wismar - Schwerin - Ludwigslust sowie RB25 Velgast - Barth konnte laut Deutscher Bahn weder ein reduzierter Ersatzfahrplan noch ein Busersatzverkehr angeboten werden. Auch auf der Linie RE24 auf der Insel Usedom war dies nicht möglich. Für Gäste auf der Urlauberinsel bedeutete das eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Der Landesvorsitzender des Beamtenbunds, Dietmar Knecht, unterstützte die Forderungen der GDL. «Auf die Solidarität der GDLer ist wieder einmal Verlass, so fährt beispielsweise auf der Insel Usedom kein Zug, und der Schienenverkehr des Landes ist nahezu lahmgelegt», sagte Knecht, der selbst Lokomotivführer und GDL-Mitglied ist. Dies sei ein eindeutiges Zeichen «gegen den Selbstbedienungsladen DB Vorstand, der trotz Corona-Verlusten auf seine Bonuszahlungen besteht», äußerte sich Knecht weiter.

Der bundesweite Streik der GDL im Personenverkehr begann am Mittwochmorgen um 2.00 Uhr. Nicht direkt betroffen von den Aktionen waren die Konkurrenten der Deutschen Bahn. Allerdings wirkte sich der Streik auch auf sie aus. Eine Sprecherin der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg), die mehrere Linien in Mecklenburg-Vorpommern bedient, berichtete von deutlich volleren Zügen als normalerweise.

Die GDL-Mitglieder streiken nach Gewerkschaftsangaben für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News