Haftantrag nach Razzia gegen Schleuserbande

11.08.2021 Einen Tag nach der Bundespolizei-Razzia wegen illegal eingeschleuster Arbeitskräfte für Restaurants hat die Staatsanwaltschaft Stralsund Haftbefehl für den 36-jährigen Hauptverdächtigen beantragt. Der Mann aus Georgien wurde am Dienstag auf der Flucht in Vorpommern kurz vor der Grenze zu Polen gefasst, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte. Ihm werde gewerbsmäßiges Einschleusen von Menschen in etwa 30 Fällen sowie Urkundenfälschung wegen gefälschter Pässe vorgeworfen. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Mit einer Entscheidung wurde am Mittwochabend gerechnet.

Ein Polizist der Bundespolizei steht in einer Leitstelle. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 36-Jährige soll der Anführer einer siebenköpfigen Bande im Alter von 19 bis 59 Jahren sein. Die Männer sind laut Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern Georgier mit griechischer Staatsbürgerschaft.

Die Bundespolizei hatte am Dienstag in dem Zusammenhang elf Restaurants und Immobilien in den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sowie zwei Immobilien in Niedersachsen durchsucht. Dort wurden 21 Menschen angetroffen, die illegal aus Nicht-EU-Staaten mit gefälschten Papieren eingeschleust und als Billigarbeitskräfte ausgebeutet worden sein sollen.

Die Bande soll seit 2019 agiert haben. Etwa 300 Polizisten waren im Einsatz. Die Bande soll rund 840.000 Euro illegal erwirtschaftet haben. Für diese Summer wurde ein sogenannter Vermögensarrest zur Sicherung von Forderungen gegen die Beschuldigten erlassen.

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