Hanse Sail eröffnet: Mahnung zu vorsichtigem Verhalten

05.08.2021 Nach einem Jahr Pause ist die 30. Hanse Sail gestartet. Bis zum Jahr 2019 war das Treffen der Traditionssegler und Museumsschiffe Mecklenburg-Vorpommerns größtes Fest. Ob das im Corona-Jahr 2021 noch stimmt, bleibt abzuwarten.

Die Brigg „Morgenster“ segelt durch den Seekanal in Richtung Stadthafen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit dem traditionellen Läuten einer Schiffsglocke haben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Donnerstag die 30. Hanse Sail eröffnet. Madsen sagte, das Besondere sei, dass die Hanse Sail überhaupt stattfinde. «Es ist deutlich leichter, eine Hanse Sail zu eröffnen als sie nicht zu eröffnen», sagte er mit Blick auf die Hanse Sail 2020, die wegen der Coronakrise abgesagt werden musste.

Um Menschenansammlungen und damit die mögliche Ausbreitung von Corona-Infektionen zu vermeiden, fand die Zeremonie im kleineren Rahmen im Warnemünder Kurgarten mit rund 800 Gästen statt. Im vergangenen Jahr war die Hanse Sail wegen der Pandemie ausgefallen.

Insgesamt werden beim deutschlandweit ersten Treffen von Traditionsseglern 107 Schiffe erwartet, deutlich weniger als in den Vorjahren. Die geringe Zahl der Schiffe wird für Beobachter auch im Stadthafen deutlich.

Die Hanse Sail steht in diesem Jahr unter dem Motto «Optimistisch anders». Einige der früheren Stammgäste wie die Großsegler «Mir» oder «Krusenstern» sind nicht dabei. Das größte Schiff ist nun der polnische Dreimaster «Dar Mlodziezy», der in Warnemünde liegen wird, wie Frank Elsner vom Hanse Sail Verein sagte. Völlig verzichtet haben die Veranstalter in diesem Jahr auf die spektakulären Geschwaderausfahrten, wenn alle Schiffe mit ihren Besucher auf einmal die Warnow runter zur Ostsee fahren. Elsner schätzte, dass die Gesamtkapazität aller Mitsegler-Plätze bei rund 18.000 liegt.

Wegen der anhaltenden Gefahr von Infektionen mahnte Schwesig die Besucher, vorsichtig zu bleiben. «Die Organisatoren haben die Sail so gestaltet, dass Hygiene und Sicherheit gewährleistet sind, soweit das bei einer so großen Veranstaltung möglich ist.» Die Sail solle ein Zeichen der Hoffnung und des Optimismus für den Herbst sein. «Wir wollen trotz Corona ein offenes Land bleiben: mit normalem Schulunterricht, mit Tourismus und Gastronomie, mit persönlichen Begegnungen und kulturellen Veranstaltungen.»

So wurde das Hauptveranstaltungsgelände am Stadthafen, wo die Menschen früher eng auf eng standen und gingen, umzäunt. Das 60.000 Quadratmeter große Gelände darf von maximal 15.000 Personen betreten werden, die sich zudem an die sogenannten 3G-Regeln (geimpft, getestet oder genesen) halten müssen. An fünf Eingängen erfolgen Kontrollen. In Warnemünde und im Stadthafen hat das Rostocker Impfzentrum mobile Impfstationen aufgebaut.

Wie der Vorsitzende des Deutschen Dachverbands für Traditionsschiffe (GSHW), Jan-Matthias Westermann sagte, gibt es bei der schwierigen Situation der alten Segelschiffe keine nennenswerte Fortschritte. Das Bundesverkehrsministerium hatte Ende Juni die Fristen für die Betreiber von Traditionsschiffen zur Umsetzung der 2018 eingeführten Sicherheitsvorschriften verlängert. Der Verband sei wegen weiterer Fragen mit dem Ministerium in Kontakt, eine endgültige Klärung gebe es noch nicht, sagte Westermann.

Die Betreiber der Schiffe hatten darauf aufmerksam gemacht, dass sie wegen der Corona-Pandemie bei der Umsetzung von Umbau- und Anpassungsmaßnahmen in arge Bedrängnis gebracht würden. Die neue Sicherheitsverordnung betrifft die Vorgaben für die bauliche Beschaffenheit, den Brandschutz und die Ausrüstung mit Rettungsmitteln.

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