Erdbeersaison neigt sich dem Ende zu: Wie fällt Bilanz aus?

30.07.2021 Die ersten Erdbeer-Verkaufshäuschen werden abgebaut, die Hochsaison ist vorbei. Die Preise sind kaum gefallen. Die Anbauer machen dafür gestiegene Lohnkosten und das Wetter verantwortlich.

Die Erdbeersaison neigt sich dem Ende zu. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Erdbeerjahr 2021 fällt nach Einschätzung von Anbauern in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich aus. Wetterumschwünge mit Regen, gefolgt von Hitzetagen und wieder Regen hätten den Kulturen zugesetzt, sagte der Betriebsleiter des Erdbeerhofes Glantz in Hohen Wieschendorf (Landkreis Nordwestmecklenburg), Jan van Leeuwen, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der Hof hat nach seinen Worten in diesem Jahr 90 Hektar im vollen Ertrag gehabt - dies ist in den beiden Folgejahren nach dem Pflanzen der Setzlinge der Fall. Der Ertrag 2021 sei am unteren Rand des langjährigen Durchschnitts gewesen.

Die Hochsaison geht nun zu Ende. Auf dem Hof von Anbauerin Yvonne von Laer in Tieplitz bei Güstrow sind schon vergangene Woche die letzten Erdbeeren gepflückt und verkauft worden. Trotz der Wetterkapriolen sei es für ihren Hof ein gutes Jahr gewesen - auch weil es unter ihren Saisonkräften keinen Corona-Fall gegeben habe, sagte sie. Sie habe in PCR-Tests und in die Unterkünfte investiert. Alle Erntehelfer seien in Zweibettzimmern untergebracht gewesen. Auch Glantz in Hohen Wieschendorf blieb nach Worten seines Betriebsleiters von Corona verschont.

Dass es dieses Jahr keine Erdbeerschwemme gab, haben die Verbraucher an den Verkaufshäuschen und im Supermarkt gemerkt. Die Preise sind auch zur Hochsaison kaum gefallen. Sieben Euro für ein Kilogramm Erdbeeren wurden auch dann noch aufgerufen.

Die hohen Preise hätten auch mit den Lohnkosten zu tun, die seit der Einführung des Mindestlohns immer weiter stiegen, sagte van Leeuwen. «Die Lohnkosten sind ein Großteil unserer Kosten.» Doch den Verbrauchern waren es die Erdbeeren offenbar wert. In Hohen Wieschendorf sei alles geerntet worden, was reif war, und die Erdbeeren seien auch verkauft worden, so der Betriebsleiter.

Bei Karls Erdbeerdorf in Rövershagen bei Rostock als dem größten Anbauer in Mecklenburg-Vorpommern läuft die Ernte noch bis in den Oktober hinein. Dort werden sogenannte remontierende Sorten angebaut, die mehrmals im Jahr blühen und dann auch später noch Früchte tragen. Die Gesamtanbaufläche liegt nach Angaben des Unternehmens bei rund 400 Hektar.

Erdbeerdorf-Sprecherin Nadja Schriever zeigte sich mit der bisherigen Saison zufrieden. «Wir sind zufrieden und glücklich, dass wir unter Corona-Bedingungen die Ernte wieder einbringen konnten», sagte sie. Phasenweise sei es sehr heiß gewesen, schon fast zu heiß. Die Erntemenge liege dennoch auf dem Niveau des Vorjahres. Durch Corona hätten die gleichen erschwerten Bedingungen wie im Vorjahr geherrscht. «Gut war, dass es in diesem Jahr möglich ist, Schnelltests in großer Zahl einzusetzen. Das gibt unseren Leuten und uns zusätzliche Sicherheit, die wir im 2020 nicht hatten.»

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