MV will nach Flutkatastrophe Hochwasserschutz im Land prüfen

20.07.2021 Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen löst Nachdenken auch in MV aus. Der Hochwasserschutz soll überprüft werden. Unterdessen hat sich ein Konvoi mit Helfern aus Vorpommern auf den Weg in die Eifel gemacht.

Manuela Schwesig spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland mit mehr als 160 Toten soll der Hochwasserschutz in Mecklenburg-Vorpommern überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. «Ich habe das Umweltministerium und Innenministerium gebeten zu prüfen, welche Lehren wir aus der aktuellen Flutkatastrophe ziehen können», erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag. «Es müssen jetzt weitere Maßnahmen vorbereitet werden, damit unser Land im Ernstfall so gut wie möglich vor einem Hochwasser geschützt ist.» Noch in dieser Woche werde der Interministerielle Führungsstab zusammentreten, um alle notwendigen Schritte rasch zu ergreifen.

Der Hochwasserschutz beschäftigte das Kabinett in seiner Sitzung am Dienstag. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte danach, es müsse darüber nachgedacht werden, wie die Alarmierung verbessert und wie eine Unabhängigkeit von der Stromversorgung hergestellt werden könne.

Bei der Flutkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren ganze Ortschaften und Infrastrukturen zerstört worden. Menschen fühlten sich schlecht über die drohende Katastrophe informiert.

Schwesig betonte, seit dem großen Elbehochwasser 2002 arbeite das Land kontinuierlich daran, auf so eine Katastrophe vorbereitet zu sein. «Deshalb sind bereits viele Maßnahmen ergriffen worden», erklärte sie. Viele Millionen Euro wurden in den Hochwasserschutz investiert, vor allem an den Küsten und an der Elbe.

Unterdessen startete am Dienstag ein Konvoi mit 14 Fahrzeugen und 45 Helfern von Grimmen in die Hochwasser-Katastrophengebiete in der Eifel. Die Helfer kommen aus den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. Nach Angaben des Landratamts Vorpommern-Greifswald hatten die Kreise zuvor vom Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz ein gemeinsames Hilfeleistungsersuchen für die Katastrophengebiete erhalten.

Jörg Beckmann, Chef des Katastrophenschutzes Mecklenburg-Vorpommern, sagte in Schwerin, der Verband bringe unter anderem 300 Feldbetten in die Eifel. Insgesamt könne die Einheit bis zu 500 Menschen betreuen. Es sei zu erwarten, dass der Verband sein Ziel in der Nacht zu Mittwoch erreicht.

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