Notrufsäulen am Wasser sollen Hilfe auf Knopfdruck bieten

14.07.2021 Im Sommer locken Badeseen und Strände für eine Abkühlung. Doch was, wenn bei einem Notfall das Handy fernab im Auto liegt? Notrufsäulen, wie man sie von Autobahnen kennt, können schnelle Hilfe bieten. Bislang gibt es sie nur an zwei Orten - doch das soll sich ändern.

Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Man kennt sie eigentlich von Autobahnen, doch auch an Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern kommen sie zum Einsatz: Über Notrufsäulen können Ersthelfer bei Unfällen am Wasser zügig Rettungskräfte alarmieren. Direkt an der Ostsee und am Schmachter See in und um Binz auf Rügen gibt es seit Projektstart 2019 inzwischen neun rot-weiße Säulen. Eine weitere findet sich in Trassenheide auf der Insel Usedom. Es würden bald mehr werden, sagte Andreas Mihm von der Björn Steiger Stiftung, auf deren Initiative die Notrufsäulen zurückgehen. Pläne gebe es beispielsweise aktuell für Wismar und Reri (Landkreis Rostock).

Handys würden von Ausflüglern oft nicht mit zum Baden an Seen oder Flüsse genommen, erklärte Mihm. Die Alarmmelder könnten daher im Notfall wertvolle Zeit bieten und so Leben retten. Derzeit stehen sie in Mecklenburg-Vorpommern an bewachten und unbewachten Badeorten.

Das Prinzip sei ähnlich wie bei den Notrufsäulen an Fernstraßen, erklärte Mihm. Per Knopfdruck kann ein Notruf an die örtliche Rettungsleitstelle übermittelt werden. «Das funktioniert sogar da, wo es nur ein schwaches Handynetz gibt», sagte Mihm. Alle Säulen seien mit einer speziellen Mobilfunk-Technik ausgerüstet. Strom aus einem eingebauten Solarpanel halte die Säule rund um die Uhr einsatzbereit. Bei einem Notruf ist der Standort der Säule der Leitstelle unmittelbar bekannt. «Die Rettungskräfte wissen da schon auf den Meter genau, wo sie hinmüssen», erklärte Mihm. Partner des Projektes ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 200 Säulen. Bislang stehen in Niedersachsen sechs solcher rot-weißen Alarmmelder an Badestellen. In Schleswig-Holstein sind es rund 30. In Hamburg gab es nach Angaben der Stiftung bislang noch keine Nachfrage. Die Kosten werden von der Stiftung oder den Gemeinden getragen. Wie genau die Notrufsäulen genutzt werden, kann die Stiftung nicht sagen.

Weitere Melder könnten schon bald folgen, denn die Einsatzmöglichkeiten seien groß, sagte Mihm weiter. Nicht nur bei Badeunfällen werde schnelle Hilfe benötigt, auch bei Unfällen von Wassersportlern oder im Winter bei Einbrüchen auf einer halbgefrorenen Eisdecke könnten die Melder lebensrettend sein.

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