Nach Corona: Ehrenamtsstiftung will jungen Leuten helfen

10.07.2021 Die neue Bundesstiftung für Engagement und Ehrenamt will jungen Menschen nach der Corona-Krise besonders helfen. Bewegung und Kontakte hätten bei dieser Altersgruppe sehr stark gelitten. Das Projekt heißt «ZukunftsMut».

Katarina Peranic und Jan Holze schauen in die Kamera. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen will die neue Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt 2021 besonders fördern. «Wir haben dazu neue Projekte aufgelegt, für die sich Vereine und Initiativen ab 15. Juli bewerben können», sagte die Vorständin der Bundesstiftung Katarina Peranic der Deutschen Presse-Agentur in Neustrelitz. Das Programm heiße «ZukunftsMut». Dabei können Vereine jeweils 15.000 Euro für innovative Vorhaben bekommen, beispielsweise für Musik-, Sport- oder Gesundheitsprojekte. Außerdem sollen bestehende Projekte, die «eine nachgewiesene Wirkung haben», mit bis zu 150.000 Euro gefördert werden. Anträge für «ZukunftsMut» sollen bis 15. August vorliegen.

Als Beispiel nannte Peranic die Initiative «Welcome», bei der Ehrenamtliche junge Eltern unterstützen und die noch ausgebaut werden soll. Mit solchen Programmen reagiere die Stiftung auch auf Studien, wonach in der Corona-Pandemie der Austausch mit Gleichaltrigen und die Bewegung in der Freizeit bei jungen Menschen besonders gelitten hat. «Viele Jugendliche aus Übergangsjahrgängen haben zudem Zukunftsangst», sagte Peranic.

Die Stiftung mit Sitz in Neustrelitz, etwa 80 Kilometer nördlich von Berlin, hat im Juli 2020 ihre Arbeit aufgenommen und soll Anlaufstelle für rund 30 Millionen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in Deutschland sein. Sie fördert Modellprojekte, den Ausbau von Netzwerken, bietet Fortbildungen und Beratung für Vereine und will zudem eine «Hotline für Digitalisierungsprobleme» einrichten. Die drei Bundesministerien für Familie, für Landwirtschaft und für Inneres stellen pro Jahr jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung, zusätzlich gebe es 2021 und 2022 30 Millionen Euro aus dem «Corona-Aufholpaket», wie der zweite Vorstand Jan Holze erklärte.

Zusätzlich zum Ausbau der IT-Struktur bei Vereinen hat die Stiftung jetzt auch ein «Mikroförderprogramm für Vereine in ländlichen Regionen» aufgelegt. Dabei können Aktivitäten mit bis zu 2500 Euro unterstützt werden. Bis zu 20.000 Euro können Regionen mit maximal 10.000 Einwohnern für Netzwerkkooperationen im neuen Programm «Engagiertes Land» erhalten.

«Das erste Jahr hat uns gezeigt, dass der Unterstützungsbedarf sehr groß ist», sagte Holze. Im Vorjahr hatte die Stiftung das Zehnfache an Anträgen, die bewilligt werden konnten, vor allem für digitale Ausstattungen. Bei Online-Seminaren seien bis zu 500 Teilnehmer dabei gewesen, um sich unter anderem bei Rechts- und Fördermittelfragen oder Nutzung digitaler Medien schulen zu lassen.

Ohne Kontrolle geht es aber auch bei der Stiftung nicht. Derzeit laufe die Prüfung der «Verwendungsnachweise», für die sechs Monate Zeit sei. Nach ersten Übersichten hätten alle Programme aus 2020 «gut eingeschlagen», wie Holze sagte. Nur wenige Antragsteller hätten nicht verbrauchtes Geld wieder zurücküberwiesen. Für die Stiftung seien inzwischen 45 Frauen und Männer in Neustrelitz tätig.

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