Verhärtete Fronten im Tarifkonflikt des Handels

07.07.2021 Die Tarifverhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel Mecklenburg-Vorpommerns liegen vorerst auf Eis. Da ein zeitnaher Tarifabschluss nicht absehbar sei, habe man den tarifgebundenen Unternehmen in Norddeutschland empfohlen, ab dem 1. Dezember 2021 Löhne und Gehälter auf freiwilliger Basis um 2,0 Prozent zu erhöhen, teilte der AGA Unternehmensverband am Mittwoch in Hamburg mit. Diese Erhöhung könne – ebenfalls freiwillig – auch vorgezogen werden.

Ein Angestellter trägt eine Mütze mit dem Verdi-Logo. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Tarifverhandlungen für Mecklenburg-Vorpommerns waren am Montag nach der ersten Runde erwartungsgemäß ohne Ergebnis geblieben und auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Verdi war mit Forderungen nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 145 Euro, mindestens aber um sechs Prozent in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hatten, gestreckt über 24 Monate, eine Einkommenserhöhung mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Prozent angeboten. Laut Verdi sollte die erste Stufe von 1,5 Prozent verbindlich erst ab März 2022 wirksam werden. Dies hatte die Gewerkschaft als «völlig indiskutabel» abgelehnt.

Ein Verbandssprecher beklagte, dass Verdi insgesamt nicht bereit gewesen sei, der sehr unterschiedlichen Pandemie-Betroffenheit der Unternehmen «durch tarifliche Differenzierungsmöglichkeiten Rechnung zu tragen». Der AGA Unternehmensverband verhandelt nach eigenen Angaben für den Groß- und Außenhandel in den norddeutschen Küstenländern. In rund 27.000 Unternehmen seien insgesamt 252.000 Menschen beschäftigt.

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