Commerzbank schließt vier von elf MV-Filialen

07.07.2021 Die Commerzbank, 2009 von der Bankenkrise heftig getroffen und auch 2020 im Minus, stellt sich neu auf. Kundenberatung und Bankgeschäfte sollen noch mehr online erfolgen, Filialen geschlossen werden - auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Logo der Commerzbank hängt an der Außenfassade einer Filiale. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Commerzbank setzt auf digitale Kundenberatung und reduziert auch in Mecklenburg-Vorpommern ihr Filialnetz. Vier der bislang elf Bankfilialen im Nordosten sollen geschlossen werden, teilte das Geldinstitut in einem am Mittwoch verbreiteten Schreiben mit. «Uns geht es um ein zukunftsfähiges Filialnetz und ein komplett neues, an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiertes Geschäftsmodell», erklärte die Rostocker Niederlassungsleiterin Daniela Rubbert-Göhner. Während der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass Beratung «remote» - also ohne Filiale - gut funktioniere und für den Kunden schnell, einfach und bequem sei.

Die Commerzbank werde weiterhin in Rostock, Schwerin, Greifswald, Neubrandenburg, Stralsund, Waren und Wismar mit Filialen vertreten sein. Die bisherigen Standorte in Neustrelitz, Parchim, Roggentin bei Rostock und Bergen auf Rügen würden hingegen perspektivisch geschlossen. Ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt. Aus der Mitteilung geht hervor, dass die bundesweite Neustrukturierung der Commerzbank im Oktober 2021 beginnen soll. Den Angaben zufolge werden 340 der aktuell 790 Standorte wegfallen.

Parallel zu den Filialschließungen soll die persönliche Beratung über Telefon, Video, Chat und E-Mail ausgebaut werden. Die Filiale verliere für tägliche Bankgeschäfte bei Kunden immer mehr an Bedeutung, das Smartphone werde zum wichtigsten Kontaktkanal, erklärte Rubbert-Göhner. Die Commerzbank reagiere mit ihrer Neuausrichtung auf die Wünsche ihrer Kunden: «Tägliche Bankgeschäfte mobil und online, persönliche Beratung nach Bedarf.»

Laut Commerzbank wurden in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr bereits 50 Prozent mehr Geldmarktkredite online abgeschlossen als 2019. Zudem führten Firmenkunden mittlerweile nahezu alle Überweisungen über das Internet aus. Auch bei Privatkunden habe die Nutzung digitaler Anwendungen stark zugenommen. Dabei gehe der Trend Richtung Mobile Banking. Nach Angaben von Rubbert-Göhner nahm die Zahl der Banking-App-Nutzer im Vorjahr um 41 Prozent zu. Die Zahl der Commerzbank-Kunden im Nordosten sei im vergangenen Jahr um mehr als 3300 auf knapp 113.000 gewachsen, rund 18.000 davon Unternehmen.

Bei der Commerzbank AG mit Sitz in Frankfurt hatte sich 2020 das Minus auf rund 2,9 Milliarden Euro summiert. Das war der höchste Verlust für die Bank seit der Rettung durch den Staat in der Finanzkrise 2009. Nach Angaben des MDax-Konzerns wird für 2021 mit einem positiven operativen Ergebnis gerechnet.

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