Tarifverhandlungen für Groß- und Außenhandel vertagt

05.07.2021 Die Tarifverhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel Mecklenburg-Vorpommerns sind nach der ersten Runde am Montag erwartungsgemäß ohne Ergebnis vertagt worden. Beide Seiten lagen zu Beginn der Gespräche noch weit auseinander. «Das heutige Angebot ist völlig indiskutabel. Die Beschäftigten sollen für 2021 keine Entgelterhöhung erhalten, obwohl die Umsätze im letzten Jahr um 1,8 Prozent gestiegen sind», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. Der AGA Unternehmensverband bezeichnete sein Angebot hingegen als angemessen.

Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Gewerkschaft war mit Forderungen nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 145 Euro, mindestens aber um sechs Prozent in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hätten für 2021 tabellenwirksamen Erhöhungen abgelehnt und Tarifsteigerungen von 1,5 Prozent erst ab März 2022 angeboten, sagte Lattekamp.

Sie verwies auf außergewöhnliche Leistungen der Beschäftigten und gestiegene Arbeitsbelastungen während der Corona-Pandemie. Die Mitarbeiter hätten geholfen, dass in weiten Teilen der Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen gute Umsätze und Gewinne erzielt worden seien. Deshalb müsse es ein deutliches Einkommensplus schon in diesem Jahr geben, so Lattekamp. «Je früher, desto besser, denn die Preise steigen seit Jahresbeginn wieder kräftig», erklärte die Gewerkschafterin.

«Die Lage im Groß- und Außenhandel bleibt angespannt. Viele unserer Mitglieder konnten ihre Beschäftigten nur durch das Instrument der Kurzarbeit halten», erläuterte der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Volker Hepke, die Situation. Momentan bereiteten Lieferengpässe und starke Preiserhöhungen den Unternehmen neue Sorgen. Betroffen seien auch jene, die bisher glimpflich durch die Pandemie gekommen seien. Angesichts dessen bewegten sich die Forderungen der Gewerkschaft «fernab der Realität». Das Angebot des Unternehmensverbandes, das über 24 Monate eine Einkommenserhöhungen mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Prozent vorsehe, ziele darauf ab, den Firmen längerfristige Planungssicherheit zu geben und damit Arbeitsplätze zu erhalten.

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