Impf-Appell: Schutz für sich und die Gemeinschaft

06.07.2021 Eine möglichst hohe Impfrate gilt als der wirksamste Schutz vor einer neuerlichen Welle von Corona-Infektionen. 80 Prozent werden angestrebt. Da ist noch viel zu tun in Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen der Ausbreitung neuer Virusvarianten stemmt sich Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung gegen eine drohende Impfmüdigkeit. Das Kabinett verabschiedete in seiner Sitzung am Dienstag einen Impf-Aufruf an die Bevölkerung, der von zahlreichen Verbänden und Institutionen mitgetragen wird. Darin warnt die Regierung davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

«Wir freuen uns über die niedrigen Infektionszahlen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich sehen wir mit Sorge, dass sich neue Virusvarianten verbreiten. Das Coronavirus ist immer noch da», heißt es in dem Aufruf. Nun komme es darauf an, eine vierte Welle mit exponentiell steigenden Infektionszahlen wie in anderen europäischen Ländern zu verhindern.

«Lassen Sie sich impfen - Lass dich impfen!», lautet der Appell an all jene, die noch keine oder nur die erste Corona-Schutzimpfung erhalten haben. Impfen bedeute mehr Schutz für jeden Einzelnen und für die Gemeinschaft. «Genug Impfstoff kommt ins Land, um allen, für die es eine Impfempfehlung gibt und die es wollen, ein Impfangebot zu machen», betont die Regierung.

Dem Aufruf schloss sich auch die oppositionelle Linksfraktion im Landtag an: Für die Abgeordneten und Mitarbeiter der Fraktion sei klar, dass sie sich impfen lassen, und man rufe auch alle anderen Einwohner des Landes dazu auf. «Denn man schützt damit nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die seiner Kinder, Enkel, Großeltern», betonte der parlamentarische Geschäftsführer, Peter Ritter. Eine hohe Impfbereitschaft sei zudem Voraussetzung dafür, die unter Mühen errungenen Lockerungen auch nach den Sommerferien fortsetzen und genießen zu können. Die Linke forderte wohnortnahe Impfangebote ohne bürokratischen Aufwand.

«Das bisher Erreichte darf nicht verspielt werden», mahnte auch Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord. Die Ausbreitung der Delta-Variante in anderen Ländern zeige, dass die Corona-Pandemie trotz niedriger Inzidenzen und bei noch nicht ausreichenden Impffortschritten weiterhin eine ernste Gefahr darstelle. «Wir müssen weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um ein erneutes dramatisches Ansteigen der Infektionszahlen und die damit verbundenen Folgen abzuwenden», so Schlüter.

Laut Robert Koch-Institut sind im Nordosten mittlerweile etwa 650 000 Menschen und damit gut 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. 250 000 weitere haben die erste Impfung erhalten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte am Montag angekündigt, Corona-Schutzimpfungen noch mehr in die Fläche und damit hin zu den Menschen tragen zu wollen. So soll es in Städten und Dörfern deutlich mehr Impfangebote ohne vorherige Terminabsprachen geben. Zudem werde geprüft, ob vor Einkaufszentren Impfstationen aufgebaut werden können.

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