Solarpark am Netz: 200 000 Solar-Module liefern Strom

02.07.2021 In einem alten Kieswerk südöstlich von Güstrow wird jetzt Strom erzeugt. Auf der Brache fangen knapp 200.000 Solar-Module die Energie der Sonne ein. Doch der Nordosten hat bei der Nutzung der Sonnenkraft noch Luft nach oben, meint auch Ministerpräsidentin Schwesig.

In einem ehemaligen Kiestagebau in Mecklenburg-Vorpommern errichten Installateure einen Solarpark. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An der Autobahn 19 bei Linstow (Landkreis Rostock) ist am Freitag der nach Betreiberangaben leistungsstärkste Solarpark Mecklenburg-Vorpommerns offiziell ans Netz gegangen. In einem ehemaligen Kiestagebau nahe Zietlitz wurden auf 86 Hektar knapp 200.000 Solar-Module installiert. Wie der Schweriner Energieversorger Wemag als Mitinvestor mitteilte, verfügt der Park über eine Nennleistung von 80 Megawatt Peak. Damit könnten jährlich rund 74.000 Megawattstunden Strom erzeugt werden, ausreichend zur Versorgung von bis zu 18.500 Vier-Personen-Haushalten.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die an der technischen Inbetriebnahme der Anlage teilnahm, nannte deren Fertigstellung einen «großen Schritt in die Energiezukunft von Mecklenburg-Vorpommern». Nach ihren Angaben sind landesweit inzwischen mehr als 17.000 Photovoltaikanlagen in Betrieb. Allerdings kommt der Ausbau langsamer voran als in anderen Bundesländern. Kritiker werfen der Landesregierung vor, eigene Verwaltungsgebäude völlig unzureichend für die Gewinnung von Sonnenstrom zu nutzen. Von 416 öffentlichen Gebäuden, die in Frage kämen, seien nur 27 dafür genutzt, hieß es.

Nach Branchenangaben verfügt Mecklenburg-Vorpommern derzeit über etwa ein Prozent der bundesweit existierenden 1,8 Millionen Solaranlagen. Die installierte Leistung macht mit gut 2000 Megawatt Peak etwa vier Prozent der Gesamtleistung aus. Das lässt darauf schließen, dass vor allem Großanlagen entlang der Autobahnen Strom liefern und private Hausdächer noch vergleichsweise wenig genutzt werden. Schwesig räumte ein, dass bei der Nutzung der Sonnenenergie «noch viel Luft nach oben» sei. Es sei daher wichtig, dass die Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie weiter fördere.

Der Solarpark in Zietlitz sei ein gutes Beispiel für die notwendige Transformation in Richtung einer klimaneutralen Zukunft, sagte Joachim Goldbeck, Geschäftsführer der Goldbeck Solar GmbH, die das Projekt mit vorangetrieben hatte. Zu den weiteren Investoren gehört den Angaben zufolge neben der Wemag auch die Evangelische Landeskirche Württembergs.

Solaranlagen tragen bundesweit etwa 10 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei, in Mecklenburg-Vorpommern waren es 2019 laut Statistikamt etwa 9 Prozent.

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