Schulträger bei Luftfiltern für Schulen weiterhin skeptisch

02.07.2021 Mit der Zunahme der Delta-Variante wächst auch die Sorge vor einer weiteren Corona-Infektionswelle. Luftfilter für Klassenräume gehören in Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht zu den Präventionsmaßnahmen, mit denen neuerliche Schulschließungen vermieden werden sollen.

Ein Luftfiltergerät steht in einem Klassenraum. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Mecklenburg-Vorpommern ist eine flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern zur Corona-Prophylaxe nicht in Sicht. Bei den Kreisen als Schulträgern überwiege die Skepsis, dass mit solchen Geräten die Verbreitung des Virus wirksam eingedämmt werden könne, sagte der Geschäftsführer des Landkreistags, Matthias Köpp, am Freitag in Schwerin. Studien zufolge sei nicht belegt, dass die Virenkonzentration wirklich wirksam verringert werde und zudem dürfe die Lärmbelästigung nicht außer Acht gelassen werden.

Einzelne Schulen hätten Geräte getestet und sich dann dagegen entschieden. «Das Stoßlüften in den Pausen scheint wesentlich wirkungsvoller», sagte Köpp. Auch in den beiden kreisfreien Städten Rostock und Schwerin wird nach deren Angaben in den Ferien nicht daran gearbeitet, die Schulen vorsorglich mit Luftfiltern auszustatten.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verwies auf die Einschätzung ihrer wissenschaftlichen Berater, die die Wirksamkeit von Luftfiltern ebenfalls in Zweifel zögen. Das Land stelle den Schulträgern im Rahmen eines Förderprogramms aber Geld zur Verfügung. Diese könnten dann entscheiden, ob sie dafür Luftfilter oder Messgeräte für die Raumluft anschaffen.

Laut Köpp zeigen diese Geräte an, wann die Luftqualität eine Lüftung erforderlich macht. Der Landkreistag-Geschäftsführer verwies auf die Leitlinie zu «Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Sars-CoV-2-Übertragung in Schulen», die ein Expertengremium im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellt hatte. Demnach wird die Nutzung von Luftfilteranlagen nur in Ausnahmefällen empfohlen.

Dennoch können Kreise und Kommunen Förderprogramme von Bund und Ländern nutzen, um solche Filtergeräte anzuschaffen. In Bayern wurden bereits Anträge für Filteranlagen für 14.000 Klassenräume gestellt und rund 37 Millionen Euro Fördergelder ausgegeben. Berlin hat nach eigenen Angaben die Anschaffung von rund 8000 mobilen Luftfiltern mit 14,6 Millionen Euro gefördert. In Mecklenburg-Vorpommern können bereits Gelder aus einem 100-Millionen-Euro-Schulsanierungsprogramm auch für Luftfilter beantragt werden.

Mecklenburg-Vorpommern startet bereits am 2. August als erstes Bundesland in das neue Schuljahr. In den ersten beiden Wochen soll die Maskenpflicht fortbestehen. Damit soll der Gefahr begegnet werden, dass das Coronavirus etwa durch Lehrer oder Schüler, die von Urlaubsreisen aus dem Ausland zurückkehren, eingeschleppt wird. Zudem wird es an den Schulen weiterhin regelmäßige Corona-Tests geben.

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