Hansa: Polizei richtet sich auf «herausfordernde Saison» ein

25.06.2021 Nach neun Jahren kehrt der FC Hansa Rostock von der Dritten in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. Die möglichen Probleme für die Polizei werden größer.

Anhänger vom FC Hansa Rostock feiern den Aufstieg ihrer Mannschaft in die 2. Liga. Foto: Danny Gohlke/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Aufstieg des FC Hansa Rostock in die 2. Fußball-Bundesliga richten sich Landes- und Bundespolizei auf eine «herausfordernde Saison» ein. Von den 17 Heimspielen seien gegenwärtig sieben als sogenannte Risikospiele eingestuft, sagte der Rostocker Polizeichef Achim Segebarth am Freitag in Rostock. Dies betreffe die Spiele gegen den FC St. Pauli, Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Schalke 04, Dynamo Dresden, Werder Bremen und Holstein Kiel. Die Einstufung hänge aber letztlich auch von Tabellensituation ab.

An diesen Spieltagen müssten jeweils rund 1000 Beamte der Landes- und Bundespolizei eingesetzt werden. Segebarth sagte, dass solche Einsätze eine Belastung für die Polizei insgesamt darstelle. Die Polizisten, die an den Spieltagen eingesetzt werden müssten, fehlten dann an anderer Stelle, Überstunden werden anfallen. Dazu komme, dass im Bereich der Polizeiinspektion 50 bis 70 Stellen nicht besetzt seien. Über die Kosten der Polizeieinsätze konnte Segebarth keine Auskunft geben.

Es werde eine strikte Fantrennung auf den Zufahrtswegen zum Ostseestadion geben, die mit teils erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner verbunden sein werden. Ein Zusammentreffen der Fans könnte zu erheblichen Gefahren für die Beteiligten, aber auch Unbeteiligten führen. «Der Begegnungsort ist das Stadion.» Neben den sieben Risikospielen wurden fünf Problemspiele genannt: gegen den Karlsruher SC, Hannover 96, Fortuna Düsseldorf, Darmstadt 98 und Erzgebirge Aue. Auch diese würden Einschränkungen allerdings in geringerem Umfang mit sich bringen.

Wie der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rostock, Ralf Scheiner, sagte, beginne der Einsatz für die Bundespolizisten am Bahnhof der Gastmannschaft und ende erst mit der Rückkehr nach dem Spiel. Es gelte ein Verbot von Pyrotechnik, Glasflaschen und Alkohol. Er sprach dabei von einer Nulltoleranz-Strategie. Die Bundespolizei ist für den Bereich der Bahn zuständig.

Segebarth betonte, dass die Polizei permanent mit Hansa Rostock im Gespräch sei. Die vorgelegten Sicherheitskonzepte seien von der Polizei bestätigt worden. Allerdings sei der Verein für die Sicherheit im Stadion und auch für die Einlasskontrollen zuständig.

Der Vorfall von Mitte Juni, als Hansa-Rostock-Fans in Bayern eine Autobahn blockierten und feierten, zeige, dass es «immer noch ein Problempotenzial» gibt, sagte Segebarth. Wegen der fehlenden Spiele mit Zuschauern im vergangenen Jahre sei nicht einzuschätzen, ob die von Hansa-Fans ausgehende Gewalttätigkeiten tatsächlich rückläufig sind. Die Polizei müsse sich allerdings nicht nur auf die Rostocker Fans einstellen, sondern auch auf die der gegnerischen Mannschaften.

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