Ernst Barlach Museen zeigen Werke von Exilkünstlern

04.06.2021 Die Nationalsozialisten setzten der künstlerischen Vielfalt ein Ende. Zahlreiche Menschen flüchteten deshalb in den 1930er Jahren ins Ausland. Die Ernst Barlach Museen zeigen Umbrüche und Neuanfänge von Kunstschaffenden, die den Weg ins Exil wählten.

Kuratorin Franziska Hell steht im Ernst Barlach Museum. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Werke und Schicksale von vor den Nationalsozialisten geflohenen Künstlern stehen im Zentrum der Ausstellung «Aus der Ferne» der Ernst Barlach Museen. Die Kunst, die vom 8. Juni an in Güstrow zu sehen ist, verweist auf Kunstschaffende, die sich in den Dreißigerjahren zur Flucht entschieden, sagte die Kuratorin Franziska Hell. Ziel sei es, die Künstler und ihr Werk vor dem Vergessen zu bewahren und somit der durch NS-Kulturpolitik forcierten Auslöschung aus dem allgemeinen kulturellen Gedächtnis entgegenzuwirken, teilte das Museum weiter mit.

Die ausgestellten Werke seien sowohl von bekannten und unbekannten, deutschen und jüdischen Künstlern. Mit dabei: die Malerinnen Charlotte Berend-Corinth (1880-1967) und Lotte Laserstein (1898-1993) und der Maler George Grosz (1893-1959).

Das Ausstellen von verschiedensten Stilen in dieser Breite stelle für das Museum ein Novum dar, betonte Hell. Von Porträts bis hin zu Landschaft, von Impressionismus bis zu Expressionismus sei viel Unterschiedliches dabei. Ausgestellt werden daher frühe bis späte Werke der Künstler, mit besonderem Augenmerk auf die Veränderung der Kunst durch die neuen Lebensumstände.

Die Werke stammen aus der privaten Sammlung «Memoria» des Verlegers Thomas B. Schumann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Exilkultur in Erinnerung zu halten. Die Ausstellung ist auch eine Referenz auf Ernst Barlach, dessen Kunst während des Nationalsozialismus selber als «entartet» galt, erläuterte Hell. Anders als die ausgewählten Künstler ging Barlach jedoch nicht ins Ausland, sondern in die «innere Emigration» und zog sich in Güstrow zurück. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober.

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