Prozess um Kokain-Bande: Angeklagte schweigen

02.06.2021 Im Prozess wegen bandenmäßigen Drogenhandels am Landgericht Neubrandenburg schweigen die drei Angeklagten. Wie ihre Anwälte am Mittwoch erklärten, werden die Männer aus Schwerin und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte keine Angaben zu den ihnen vorgeworfenen Drogengeschäften machen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den 38, 58 und 59 Jahre alten Angeklagten vor, von April bis November 2020 größere Mengen an Rauschgift aus den Niederlanden geholt und damit gehandelt zu haben. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer aufsehenerregenden Datenabfangaktion französischer Ermittler, den sogenannten Encrochat-Daten (Az.: 23 KLs 7/21).

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neubrandenburg (dpa/mv) – Im Prozess wegen bandenmäßigen Drogenhandels am Landgericht Neubrandenburg schweigen die drei Angeklagten. Wie ihre Anwälte am Mittwoch erklärten, werden die Männer aus Schwerin und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte keine Angaben zu den ihnen vorgeworfenen Drogengeschäften machen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den 38, 58 und 59 Jahre alten Angeklagten vor, von April bis November 2020 größere Mengen an Rauschgift aus den Niederlanden geholt und damit gehandelt zu haben. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer aufsehenerregenden Datenabfangaktion französischer Ermittler, den sogenannten Encrochat-Daten (Az.: 23 KLs 7/21).

Bei ihren Geschäften soll das Trio Krypto-Handys verwendet haben, deren Kommunikation über einen Server in Frankreich lief und die lange als abhörsicher galten. Den Ermittlern zufolge brachte die Bande um den 59-Jährigen, der seit Jahrzehnten in der Diskoszene bekannt war, vor allem Kokain in einem Transportfahrzeug versteckt nach Mecklenburg-Vorpommern, um damit zu handeln. Sie waren im Herbst 2020 vom Landeskriminalamt gefasst und in U-Haft genommen worden. Bei Durchsuchungen waren laut LKA zwei Kilogramm Kokain gefunden worden, das auf dem Drogenmarkt einen sechsstelligen Wert haben dürfte.

Die Encrochat-Daten hatten französische Behörden gewonnen, weil sie den Server für Krypto-Handys damals geknackt hatten. Aufgrund der Daten, die auch an Behörden in Deutschland gesandt wurden, sind in der EU bisher mehr als 1800 mutmaßliche Drogenhändler und andere Tatverdächtige aufgeflogen. Die Anwälte in Neubrandenburg und in anderen Prozessen haben mehrfach versucht, die Verwendung der Daten aus Frankreich in Deutschland zu verhindern. Das wies das Gericht in Neubrandenburg am Mittwoch aber ebenfalls zurück. Bei dem Trio waren auch andere Drogen, Totschläger, Mobiltelefone und 30 000 Euro Bargeld gefunden und beschlagnahmt worden.

Der Prozess soll am 16. Juni fortgesetzt werden, weitere Prozesstermine sind bis August geplant.

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