Neptun-Werft baut nach Auftragseinbruch Stellen ab

26.05.2021 Der coronabedingte Personalabbau auf der Rostocker Neptun-Werft fällt nach Angaben der IG Metall geringer aus als zunächst angekündigt. Wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte, verständigten sich die Tarifpartner auf Wege zur Personalanpassung, bei der betriebsbedingte Kündigungen nur als letztes Mittel zur Anwendung kommen sollen.

Die Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Durch eine Streckung der Bauprogramme und mehr Eigen- vor Fremdleistungen sind jetzt noch maximal 180 Beschäftigte betroffen», sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Stefan Schad. Die Geschäftsführung habe zunächst den Abbau von 275 der knapp 700 Arbeitsplätze geplant.

Nach Schads Angaben wurde «ein umfassendes Freiwilligenprogramm vereinbart, das sowohl Abfindungen als auch eine Transfergesellschaft mit einer Laufzeit zwischen sechs und zwölf Monaten beinhaltet». Nach Abschluss des Personalabbaus seien betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Dezember 2022 ausgeschlossen. «Das gibt den verbleibenden Kolleginnen und Kollegen Sicherheit in unsicheren Zeiten», sagte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Behrens.

Die Neptun-Werft hat durch die Corona-Krise deutlich weniger Arbeit. «Von 1,4 Millionen Fertigungsstunden pro Jahr werden nur noch etwa 0,5 Millionen Stunden geleistet», heißt es in einer Mitteilung der Werftspitze. Die Geschäftsführung sei daher gezwungen, umfangreich Kosten einzusparen, das Unternehmen neu auszurichten und Personal abzubauen. «Um die Zukunft der Neptun-Werft und die verbleibenden Arbeitsplätze langfristig zu sichern, ist dieser Schritt leider unausweichlich», betonte Geschäftsführer Bernard Meyer.

Die Neptun-Werft ist Teil des Schiffbau-Unternehmens Meyer mit Hauptsitz in Papenburg in Niedersachsen. Seit der Ablieferung zweier Flusskreuzfahrtschiffe an die Schweizer Reederei Viking River Cruises im März fehlen Anschlussaufträge. Die Werft müsse sich daher an die neue Situation anpassen, hatte Betriebsleiter Lars-Gunar Klasen den Personalabbau begründet. Wegen des Stillstands im Tourismus seien neue Flusskreuzfahrtschiffe derzeit nicht gefragt. Zunächst würden in Rostock weiter Maschinenraummodule für neue Seekreuzfahrtschiffe gefertigt, die bei Meyer in Papenburg und bei Meyer Turku in Finnland zusammengebaut werden, hieß es.

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