Senioren verlieren fast 50.000 Euro an Betrüger

21.05.2021 Im Osten Mecklenburg-Vorpommerns haben Trickbetrüger wieder «Kasse gemacht». Trotz mehrfacher Warnungen büßten ältere Menschen viel Erspartes ein. In zwei Fällen griffen Bankangestellte ein, bevor es noch schlimmer kam.

Ein Blaulicht leuchtet an einem Polizeiauto. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trickbetrüger haben Rentner im Osten Mecklenburg-Vorpommerns hereingelegt. Wie Polizeisprecher in Neubrandenburg erklärten, kam es zu vier Betrugsfällen in Wolgast (Vorpommern-Greifswald) sowie in Waren, Neustrelitz und Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte). Insgesamt büßten die Opfer fast 50.000 Euro ein. Den größten Schaden richteten Unbekannte mit der sogenannten Schockanruf-Masche in der Region Wolgast an, wo eine 82-jährige Frau und ihr 83-jähriger Mann am Donnerstag 30.000 Euro verloren.

Nach bisherigen Ermittlungen hatten sich gleich zwei Anrufer als vermeintlicher Polizist und Staatsanwalt gemeldet. Der erste gab an, dass der Sohn der Senioren einen Autounfall verursacht habe, bei dem jemand verletzt wurde. Der Sohn säße in Haft, könne aber gegen Zahlung einer Kaution freikommen. Der falsche Staatsanwalt bestätigte die Angaben. Während ein Anrufer die Frau am Telefon beschäftigte, habe der Mann das Geld besorgt. Erst nach der Übergabe an einen Boten kamen dem Paar Zweifel und sie riefen die echte Polizei.

An der Seenplatte fiel ein 77-jähriger Neustrelitzer auf einen klassischen Enkeltrick herein. Ein Unbekannter gab sich am Telefon als Enkel aus, der dringend 30.000 Euro für einen Autokauf brauche. Der Rentner hatte nicht soviel Geld parat, aber wollte helfen und übergab 6000 Euro, mehrere Goldmünzen und eine Goldkette an eine vermeintliche Bekannte.

In Waren und Stavenhagen fielen Frauen auf Gewinnversprechen herein. Beide Geschädigte, von denen eine 91 Jahre alt ist, hatten bereits knapp 12.000 Euro in Raten überwiesen, um an das «große Geld» zu kommen, bevor dies Mitarbeiterinnen von Banken auffiel. Erst danach wurde dies gestoppt. Einer der Betrüger habe angegeben für eine «Lotterie "6 aus 49"» aus Basel in der Schweiz zu arbeiten.

Die Region Vorpommern-Greifswald wird laut Polizei derzeit von einer Welle solcher Schockanruf-Betrügereien heimgesucht, wie der Leiter der Polizeiinspektion Gunnar Mächler zuvor erklärte. Polizei und Landkreis hatten in Greifswald eine Aufklärungsaktion speziell für Senioren gestartet. Laut Mächler laufen solche Anrufe meist über Callcenter - aus der Türkei oder anderen Ländern, während in der Region Boten unterwegs sind. 2020 hatten Betrüger im Nordosten mit diesen und ähnlichen Maschen rund zwei Millionen Euro erbeutet.

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