Rostocks OB will Schule und Sport unter freiem Himmel

28.04.2021 «Kinder brauchen Kinder» ist ein im Lockdown häufig gebrauchter Satz. Doch das ist zuhause und mit Homeschooling kaum umzusetzen. Rostocks OB Madsen will einen anderen Weg gehen.

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) will im Bildungs- und Sportbereich gemeinsame Aktivitäten im Freien für Kinder und Jugendlichen ermöglichen. «Schule unter freiem Himmel bietet Möglichkeiten für Bildungsformate. Kinder- und Jugendsport im Freien mit klaren Hygienekonzepten und einer Gruppenbegrenzung bietet Abwechslung und positive Beschäftigung», heißt es in einem Arbeitspapier Madsens, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er reagiere damit auf wissenschaftliche Erkenntnisse über die Infektionswege des Coronavirus: Wenn Infektionen insbesondere ein Innenraumproblem sind, gebe es hier Potenzial für alternative Angebote.

Mit den Angeboten im Kinder- und Jugendbereich könnte der heranwachsenden Generation auch eine optimistische Perspektive geboten werden. Ziel sei es, den jungen Menschen den aktiven Aufenthalt in Außenbereichen, wo das Infektionsrisiko gering ist, gemeinschaftlich zu ermöglichen. Dies sei auch eine Brücke hin zum regulären Schulbetrieb nach Ende des Lockdowns, betonte Madsen.

Seit Mitte April sind fast alle Rostocker Schüler im Homeschooling, auch Kita-Kinder sollen zu Hause sein. Aber es gelte der Grundsatz: «Kinder brauchen Bildung und Kinder brauchen Kinder», sagte Madsen. Die dringenden Appelle von Kinder- und Jugendärzten, Psychologen, Eltern- und Schülervertretern seien stark wahrnehmbar und müssten im Handeln vor Ort berücksichtigt werden.

Schüler sollten ein zusätzliches Angebot für einen geregelten Schultag trotz Pandemie erhalten. «Rein digitale Formate und die begrenzten Kapazitäten des Distanzunterrichts sind hierfür nicht ausreichend», begründete der OB seine Initiative. Die zu entwickelnden Formate sollten sich deshalb auf den Außenbereich konzentrieren und Kinder und Jugendliche zu Aktivitäten an der frischen Luft animieren. «Mit Abstands- und Hygieneregeln im Freien werden Ansteckungsgefahren minimiert, aber die Möglichkeit für ein Erleben von Wissen und Gemeinschaft bereitet.»

Mit seinen Initiativen hatte Madsen in den vergangenen Monaten schon oft bundesweit Aufmerksamkeit erhalten. Dazu gehörte beispielsweise die Möglichkeit, 777 Zuschauer ins Ostseestadion bei einem Spiel von Hansa Rostock zuzulassen. Auch konnten Einzelhändler in Verbindung mit der Luca-App öffnen und Kunden bedienen.

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