Weniger Landesaufträge für Putzfirmen in MV

15.04.2021 Die von der Landesregierung veranlassten Auftragskürzungen für Büroreinigungen sind im Landtag in Schwerin auf Kritik gestoßen. «Das Land will so Geld bei der Reinigung einsparen. In Pandemiezeiten ein ziemlich bemerkenswerter Vorgang», sagte der Linke-Abgeordnete Henning Foerster am Donnerstag in einer von seiner Fraktion beantragten Aussprache zur Situation im Reinigungsgewerbe.

Eine Gebäudereinigerin bei der Arbeit. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bedeutung der Branche sei angesichts der erhöhten Hygieneanforderungen in den zurückliegenden Monaten besonders deutlich geworden. Die Bezahlung liege mit 11,11 Euro je Stunde im Vergleich zu anderen Branchen im unteren Bereich. Die Auftragskürzungen durch das Land sorgten für den Wegfall von 50 000 Arbeitsstunden und mehr als einer Millionen Euro weniger an Einnahmen für die Firmen. Vor dem Landtag forderten Beschäftigte mehr Wertschätzung für das Gebäudereinigerhandwerk.

Jochen Schulte von der Regierungspartei SPD würdigte die Leistungen der Gebäudereiniger, rechtfertigte aber die Kürzungen. Da sich in Pandemiezeiten weniger Mitarbeiter in den Büros befänden, sei auch der Reinigungsbedarf dort geringer. Statt einmal wöchentlich soll dort nur noch zwei Mal im Monat professionell gereinigt werden, Fenster sollen nur noch ein Mal im Jahr geputzt werden. Das Land sei in der Pflicht, sorgsam mit Steuergeldern umzugehen. Sollte das Homeoffice nach Überwindung der Corona-Pandemie wieder zurückgehen und Behördenmitarbeiter wieder verstärkt in die Büros zurückkehren, werde es möglicherweise wieder zur Änderung der Reinigungszyklen kommen. Laut Schulte wendet das Land für die Bewirtschaftung seiner Liegenschaften jährlich 40 Millionen Euro auf.

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