Weitere Überbrückungshilfe für MV Werften

30.03.2021 Für den Weiterbau des Kreuzfahrtschiffes Global 1 auf der Werft in Wismar soll der asiatische Mutterkonzern Genting Hongkong erneut auf ein von ihm verpfändetes Sicherheitskonto zugreifen dürfen. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mitteilte, sollen aus der sogenannten Lockbox 35 Millionen Euro entnommen werden. Die Regierung habe grünes Licht für die kurzfristige Überbrückungshilfe gegeben, um einen drohenden Baustopp zu verhindern.

Ein Schild mit der Aufschrift «MV Werften» hängt an der Zufahrt zur Werft in Stralsund. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Damit wird unter anderem die Liquidität der Werften weiter sichergestellt und es können beispielsweise auch ausstehende Rechnungen von Zulieferern bezahlt werden», erklärte Glawe. Nach seinen Angaben ist für die Freigabe der Pfandsicherheit die Zustimmung von zwei Dritteln der im Werften-Konsortium vertretenen 17 Banken und Kreditbürgen wie Land und Bund erforderlich. Es handele sich um privates Kapital, das Genting als Sicherheit für den Bau von Schiffen eingezahlt habe. Das Schiff Global 1, das mit rund 340 Metern Länge und bis zu 9500 Passagieren zu den größten Kreuzlinern der Welt gehören wird, harrt in Wismar seiner Fertigstellung.

Der Multikonzern Genting hatte die MV Werften 2016 übernommen, um Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf zu bauen. Doch mit der coronabedingten Unterbrechung der Kreuzschifffahrt Anfang 2020 brach eine der wichtigsten Einnahmequellen weg, mit dramatischen Folgen für die MV Werften. Ein Großteil der 3000 Beschäftigten befindet sich seit einem Jahr in Kurzarbeit, 1200 von ihnen droht die Entlassung.

Die Landesregierung bürgt bereits für Millionenkredite und ist bemüht, die MV Werften unter den Schutzschirm des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes zu bringen. Voraussetzung dafür ist, dass Genting den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern fortführen kann. Das dazu notwendige Gutachten wurde mehrfach angekündigt, liegt aber noch nicht vor.

Dem Vernehmen nach sind zusätzliche Kredithilfen in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro erforderlich, um den Fortbestand der Werften in Wismar, Rostock und Stralsund zu sichern. In der Vorwoche fasste der Landtag einen Vorratsbeschluss für die Gewährung eines Landeskredits in Höhe von bis zu 44 Millionen Euro. Das Geld solle im April fließen, sofern die Mittel Gentings nicht ausreichen, hieß es.

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