Mehr Zwischenfälle mit Drohnen als vor Pandemie

07.12.2021 Im deutschen Luftraum hat es im laufenden Jahr bereits mehr Zwischenfälle mit Drohnen gegeben als im gesamten Vorkrisenjahr 2019. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) registrierte in den ersten elf Monaten bereits 127 Behinderungen des weiterhin reduzierten Flugverkehrs, wie sie am Dienstag in Langen bei Frankfurt berichtete. Das waren deutlich mehr als 2020, als im Gesamtjahr nur 92 unbemannte Fluggeräte in der Nähe von Verkehrsmaschinen oder Flughäfen gesichtet wurden. 2019 hatte es im Gesamtjahr 125 Drohnenalarme gegeben. Den Rekord markiert weiterhin das Jahr 2018 mit 158 Zwischenfällen.

Blick auf die Wachleiterbrücke im Kontrollraum der DSF in Karlsruhe (Baden-Württemberg). Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

72 Prozent der Behinderungen in diesem Jahr fanden im Umfeld der größeren Verkehrsflughäfen statt. Erstmals seit vielen Jahren war nicht Frankfurt (14) der Flughafen mit den meisten Fällen, sondern Leipzig mit 16 Ereignissen. Dort wurden allein während einer Klima-Protestaktion im August 15 mal Drohnen in Flughafennähe beobachtet. In Frankfurt gingen die Sicherheitskräfte bei einem Zwischenfall im Februar von einer gezielten Störaktion aus, ohne Verantwortliche ausfindig machen zu können. Es folgen Köln (12) und Hamburg mit 10 Fällen.

Die Flugsicherung geht bereits bei Sichtung einer Drohne davon aus, dass der reguläre Flugverkehr behindert wird, weil Lotsen und Piloten abgelenkt werden könnten. Von ihnen kommt auch die Masse der Meldungen. In Deutschland sind Drohnenflüge in der Nähe von Start- und Landebereichen von Flughäfen verboten - es muss mindestens ein Abstand von 1,5 Kilometer eingehalten werden. Drohnenflüge an Flughäfen werden strafrechtlich verfolgt. Sie gelten rechtlich als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr und werden mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet.

Ein Drohnen-Modellversuch im Hamburger Hafen wurde inzwischen abgeschlossen, wie die DFS weiter berichtete. Das Konzept eines abgegrenzten Luftraums (U-Space), in dem Drohnen- und herkömmlicher Flugverkehr von einem Provider weitgehend automatisch koordiniert werden, habe in der Praxis funktioniert. Nach zahlreichen Flugversuchen und Simulationen im Hafen sollen die Ergebnisse nun vom Bundesverkehrsministerium ausgewertet werden. Mit der Umsetzung der europäischen U-Space-Verordnung in nationales Recht sei 2023 zu rechnen. Dann könnten auch erste Drohnenlufträume entstehen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Bayern lassen Hertha keine Chance - Nun Sechs-Punkte-Polster

People news

Brandenburg: Ex-«Glücksrad»-Fee Gilzer scheitert bei Bürgermeisterwahl

Musik news

Musik-Experte: Produzent und «DSDS»-Juror: Toby Gad rückt ins Rampenlicht

People news

Erfahrungsbericht: «Intensiv» - ein Notruf aus der Krankenpflege

Auto news

Busfahrermangel : Tausende Kräfte fehlen

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Erster Testflug: Hafen wird Blaupause für Drohnen-Lufträume

Wirtschaft

Luftverkehr: Über Hamburgs Hafen werden Drohnen-Lufträume getestet

Regional hamburg & schleswig holstein

Hafen wird bundesweit erstes Testfeld für Drohnen-Luftraum

Wirtschaft

Bilanz: Flugverkehr über Deutschland nimmt weiter zu

Wirtschaft

Corona-Reisebeschränkungen: Luftverkehr über Deutschland erholt sich nur langsam

Wirtschaft

Flugsicherung: Luftverkehr über Deutschland nur langsam erholt

Wirtschaft

Corona-Pandemie: Leipzig als erster deutscher Flughafen über Vorkrisen-Niveau

Job & geld

Bedarf wächst: Flugsicherung fährt Lotsen-Ausbildung hoch