Städte planen luftigere Weihnachtsmärkte

12.11.2021 Kein Schubsen und kein Schieben, kein Anstehen am Glühweinstand. Hessens Städte wollen angesichts der Corona-Krise ihre Weihnachtsmärkte spürbar entzerren - damit Besucherinnen und Besucher genügend Abstand zueinander halten können.

Bunte Weihnachtssterne werden an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt angeboten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weihnachtsmärkte ohne enge Gänge und Gedränge? Was bis vor zwei Jahren quasi undenkbar schien, könnte in diesem Advent in Hessen Realität werden. Denn die Mehrzahl der größeren Städte im Land will angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie ihre demnächst beginnenden Weihnachtsmärkte deutlich entzerren, wie eine Umfrage in mehreren Städten der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt ergab.

Die Flächen werden vergrößert, die Zahl der Schausteller und Buden reduziert. Mit dieser Strategie wollen viele Städte großes Gedränge vermeiden und die empfohlenen Sicherheitsabstände zwischen den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen. So weitet die Stadt Frankfurt etwa die ohnehin schon große Fläche ihres Weihnachtsmarktes (Start: 22. November) noch einmal deutlich aus und nimmt den Roßmarkt in der Innenstadt hinzu. Die Zahl der Stände verringert sie im Gegenzug von über 200 auf rund 170.

«Es soll ein Weihnachtsmarkt für alle sein. Alle Frankfurter sowie Gäste von außerhalb sind herzlich willkommen», begründete Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Freitag die Entscheidung. Auch auf die offizielle Eröffnung und die Bühne vor dem Rathaus Römer verzichtet Hessens größte Stadt in diesem Jahr. Sämtliche Gastronomiestände erhalten zudem abgetrennte Bereiche, wo Besucher ohne Schutzmasken essen und trinken können. Glühwein wird ausschließlich dort verkauft.

Auch Darmstadt (15. November) will seinen Weihnachtsmarkt «luftiger» gestalten und enge Gänge vermeiden. Es gebe insgesamt etwas weniger Buden und Stände, die großzügiger aufgestellt und auf mehr Plätze verteilt seien, sagte ein Sprecher. Beim Sternschnuppenmarkt in Wiesbaden (23. November) wurden die Gastronomie-Stände zusammengezogen und eingezäunt. «Da kommt man nur mit 2G rein», sagte der Sprecher der Stadt. Der Rest des Marktes sei entzerrt worden.

Beim Weihnachtsmarkt in Gießen (18. November) sei berücksichtigt worden, «dass die Stände möglichst weit auseinander stehen. Dort wo dies nicht möglich ist, sind die entsprechenden Warteschlangen gegenläufig geplant», hieß es von der veranstaltenden Gießener Marketing Gesellschaft. Hinweisschilder sollen die Besucher an die Einhaltung der Corona-Regeln erinnern.

In Fulda (26. November) wird ein Teil der Essens- und Getränkestände vom Universitätsplatz in Richtung Friedrichstraße verlagert, wie ein Stadtsprecher sagte. Zugangsbeschränkungen seien nur für Innenbereiche wie innerhalb der zweistöckigen Pyramide auf dem Universitätsplatz geplant, die nur Geimpfte und Genesene (2G) betreten dürfen. Die Stadt Kassel (22. November) arbeitete noch an ihrem Konzept.

Die Stadt Gelnhausen sagte hingegen ihren für das dritte Adventswochenende geplanten Weihnachtsmarkt ab. Das Risiko, dass bei 3G-Kontrollen und aufgrund von Zugangsbeschränkungen Menschenansammlungen an Eingängen entstünden, sei dem Magistrat zu hoch gewesen, begründete Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) die Entscheidung.

Doch gleichgültig, wie die einzelnen Städte die derzeitige Lage bewerten und ihren Weihnachtsmarkt organisieren - einig sind sie sich in einem Punkt: Sowohl das Pandemie-Geschehen als auch die sich immer wieder verändernden Verordnungen, «können sowohl bis zur Eröffnung des Marktes als auch in dessen Verlauf zu Änderungen und Anpassungen führen», wie es die Stadt Frankfurt formulierte.

© dpa-infocom GmbH

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