Rekord bei Bundestagswahl: So viele Briefwähler wie noch nie

11.09.2021 Bereits bei der Kommunalwahl im Frühjahr gaben viele nicht mehr im Wahllokal ihre Stimme ab. Nun bei der Bundestagswahl verstärkt sich der Trend zur Briefwahl. Die Gründe: vielfältig.

Ein Stimmzettel und ein Umschlag für die Briefwahl liegen auf einem Tisch. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September melden viele hessische Städte eine Rekordbeteiligung bei der Briefwahl. Noch nie seien so viele entsprechende Anträge bei einer Bundestagswahl verzeichnet worden, sagte der Leiter des Frankfurter Bürgeramts, Oliver Becker, der Deutschen Presse-Agentur. In der Mainmetropole wurden bislang annähernd 150.000 Briefwahlunterlagen ausgestellt - doppelt so viele wie zum gleichen Zeitpunkt vor der Wahl 2017.

Auch in Gießen verdoppelte sich die Zahl. Vor vier Jahren lag die Briefwähler-Quote in der mittelhessischen Universitätsstadt schon bei fast 30 Prozent. «Die Gründe für diese enorme Entwicklung sind vielfältig», sagte Becker. Treibend wirke zum einen die Corona-Pandemie. Zudem sei schon bei früheren Wahlen die Zahl der Briefwähler stetig gestiegen. So war bei der Kommunalwahl im vergangenen Frühjahr ein neuer Rekord verzeichnet worden.

In Fulda im Osten des Landes wird mit einem Anteil von bis zu 45 Prozent gerechnet. «Da die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl erfahrungsgemäß höher ist als bei der Kommunalwahl, ist bei der absoluten Zahl der Briefwähler von einem neuen Rekordwert auszugehen», teilte die Stadt mit.

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden geht der Trend weg vom Wahllokal. Mehr als 61.000 Menschen haben sich schon zur Briefwahl angemeldet. 2017 waren es insgesamt knapp 45.000 Anträge, eine Quote von 30,9 Prozent. Ein ähnliches Bild in Kassel: Fast 41.000 Briefwahlanträge sind bislang eingegangen - 2017 waren es insgesamt rund 30.000.

Die meisten Briefwähler lassen sich noch Zeit, bis sie ihre Stimme abgeben. So kam in Fulda etwa jede vierte Briefwahlunterlage bislang zurück. In Kassel liegt der Anteil bei 35 Prozent und in Wiesbaden bei 43 Prozent.

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