Rekordverdächtige Matriarchin bei Bonobos im Frankfurter Zoo

01.06.2021 Sie wurde in den Regenwäldern Afrikas geboren, ist heute die «Uroma» der Bonobo-Gruppe im Frankfurter Zoo und möglicherweise sogar die Älteste ihrer Art: Bonobo-Weibchen «Margrit» könnte nach Recherchen des Zoos 70 Jahre alt sein. Die Matriarchin kam 1959 aus dem Zoo von Kinshasa in der heutigen Demokratischen Republik Kongo nach Frankfurt, sagte eine Zoosprecherin am Dienstag. Damals war das Land noch eine belgische Kolonie und ein Jahr von der Unabhängigkeit entfernt. Ob sie tatsächlich der älteste Bonobo weltweit ist, dürfte sich schwer nachprüfen lassen, ein «höchst erstaunliches Alter» habe sie aber allemal erreicht, hieß es.

Die Bonobo-Dame «Margrit» im Frankfurter Zoo. Foto: -/Zoo Frankfurt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit «Margrit» gelang dem Frankfurter Zoo im Jahr 1962 die Welterstzucht von Bonobos. Insgesamt sorgte sie siebenmal für Nachwuchs. Das mag angesichts des Verhaltens von Bonobos, die mit reichlich Sex nicht nur Probleme lösen, sondern auch ihre Gemeinschaft stärken, wenig erscheinen. Doch Bonobos haben nur etwa als fünf bis sechs Jahre Nachwuchs. Für Zoo-Bonobos ist die Affendame jedenfalls eine Art Urmutter: Bonobos werden weltweit aktuell in nur 19 Zoos gehalten, in 17 davon leben «Margrits» Nachkommen, von denen derzeit 84 leben.

In ihrer Zeit in Frankfurt erlebte «Margrit» sechs Zoodirektoren, die Umgestaltung des Zoos und den Umzug in das neue Menschenaffen-Haus im Jahr 2008. «Dass heute noch Tiere, die im Freiland geboren wurden, in Zoos leben, ist eher die Ausnahme», sagte Zoodirektor Miguel Casares. In der Bonobo-Gruppe wird die langjährige Matriarchin, die 2004 sogar ihren Enkel «adoptierte», weiterhin von den anderen Affen toleriert.

Mittlerweile lässt «Margrit» die Dinge etwas langsamer angehen, hieß es. Beim Umhertoben mit der Gruppe sei sie aber weiterhin mit dabei. Nur die Zähne seien mittlerweile ziemlich altersschwach - daher gebe es von den Tierpflegern auch ab und zu Leckereien, die sie schnell essen könne, ohne dass sie ihr von einem jüngeren Tier «abgeluchst» werden könnten. Der Affen-Uroma gehe es dem Alter entsprechend gut, sagte Casares. «Wir hoffen, dass das noch recht lange so bleibt und sie uns noch eine ganze Weile mit ihrem Charme um den Finger wickeln kann.»

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