Hütters Finale ohne das gewünschte Happy End

20.05.2021 Nach einer Klasse-Saison herrschten in Frankfurt zuletzt Enttäuschung und Frust. «Versagen» war das häufigste Stichwort nach dem 3:4 auf Schalke. Sportlich hat das Freiburg-Spiel keine große Bedeutung, doch für Chefcoach Hütter geht es um einen gelungenen Abschied.

Frankfurts Trainer Adi Hütter vor einem Spiel. Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters-Pool/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Adi Hütter hätte sich liebend gerne anders verabschiedet. Als Erfolgstrainer, der Eintracht Frankfurt erstmals in die Champions League geführt hat. Als unumstrittener Fanliebling, dem die Massen nach drei herausragenden Jahren danken. Nichts davon wird der Österreicher an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in seinem letzten Spiel als Frankfurt-Trainer gegen den SC Freiburg erleben. Vor seinem allerletzten Auftritt für den Traditionsclub aus Hessen herrschen bei dem 51-Jährigen daher gemischte Gefühle.

«Der Gemütszustand ist nicht der Allerbeste. Natürlich bin ich genauso enttäuscht wie viele andere auch», sagte Hütter, nachdem er und sein Team in den vergangenen Wochen ein Sieben-Punkte-Polster auf Dortmund und damit das Königsklassen-Ticket verspielt hatte. Auf Hütter prasselte deshalb jede Menge Kritik ein: Es ging nicht nur um den sportlichen Misserfolg, sondern auch um seinen im April verkündeten Wechsel zu Borussia Mönchengladbach, nachdem er im Februar noch verkündet hatte: «Ich bleibe!»

Die Abschiedsankündigung und der danach einsetzende sportliche Misserfolg waren keine gute Kombination für Hütter, der sich die letzten Wochen am Main anders vorgestellt hatte. «Ich blicke auf der einen Seite auf drei wunderschöne Jahre zurück. Leider ist die Enttäuschung auch bei mir noch immer sehr groß. Wir haben es leider nicht geschafft, gemeinsam etwas Historisches zu vollbringen», sagte der Coach. Er beteuerte aber auch: «Emotionen werden gehen, Fakten werden bleiben.»

In den vergangenen Tagen war in Frankfurt ein Streit über die Deutungshoheit dieser fast beendeten Saison entbrannt. Während der ebenfalls scheidende Sportvorstand Fredi Bobic (ab Sommer bei Hertha BSC) die Corona-Spielzeit 2020/21 und Abschlussrang fünf «mit einer glatten Eins» bewertete, sah es Vorstandssprecher Axel Hellmann etwas anders. Nach dem frustrierenden 3:4 auf Schalke, das die SGE die letzten Königsklassen-Hoffnungen kostete, nahm der Funktionär Worte wie «versagt» und «blamiert» in den Mund. Man habe «eine historische Chance» vergeben.

Auf die Frage, ob er in den vergangenen Wochen genug Unterstützung erfahren habe, wollte sich Hütter am Donnerstag nicht äußern. «Ich beteilige mich nicht an gewissen Diskussionen», ließ er ausrichten. Das gilt auch für die Beweggründe für seinen Wechsel an den Niederrhein, wo er ab Sommer die Borussia trainieren wird. «Ich glaube, es passt jetzt überhaupt nicht dazu. Es ist nicht mehr notwendig, über dieses Thema noch einmal zu diskutieren», sagte Hütter knapp.

Das sportlich bedeutungslose Match gegen Conference-League-Kandidat Freiburg hat nun für die Eintracht nur noch einen Zweck: ein friedliches Ende der dreijährigen Ära Hütter. Der Chefcoach will nach neun Siegen und sieben Remis auch im 17. Heimspiel der laufenden Saison ungeschlagen bleiben. Personelle Wechsel sind alleine deshalb notwendig, weil die zentralen Mittelfeldspieler Djibril Sow und Sebastian Rode ausfallen. «Das Wichtigste ist, dass wir uns ordentlich verabschieden wollen. Wir sind ein Jahr zuhause ungeschlagen», betonte Hütter. Sollte die Serie halten, wäre dies aber nur ein schwacher Trost.

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