Gutachten: Frankfurterin wurde nach Martyrium erstickt

17.05.2021 Im Prozess um das Martyrium und den Tod einer 55 Jahre alten Frau aus Frankfurt hat eine Gutachterin am Montag über die Verletzungen und die Todesursache berichtet. «Ich habe deutliche Hinweise aus der Sektion auf einen Erstickungstod», sagte Rechtsmedizinerin Stephanie Plenzig vor dem Darmstädter Landgericht. Aus ihrem Gutachten gehen zudem zahlreiche Verletzungen am Kopf, Nase, Rippenbrüche, blaue Flecken an Bauch, Brust und Armen an der Leiche der 55-Jährigen hervor. Die Frau wurde am 10. August 2016 tot in einem Regenüberlaufbecken in Frankfurt gefunden.

Ein Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung». Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angeklagt wegen Mordes sind in dem Verfahren eine 50 Jahre alte Pflegehelferin und ihr 26 Jahre alter Sohn. Ein 24-Jähriger aus Büttelborn, ein damaliger Mitbewohner, ist wegen Totschlags angeklagt.

Eine andere, von Verteidigern ins Spiel gebrachte Todesursache, wie Herzversagen durch Stress beim Erstickungsprozess, schloss die Gutachterin aus. Es gebe auch Hinweise, dass 20 bis 120 Minuten vor dem Tod der Kehlkopf der Frau bei einer ersten Attacke verletzt wurde.

Die im Gutachten dargelegte Todesursache stimmt weitgehend mit den Einlassungen der männlichen Angeklagten überein. Sie hatten gestanden, der 55-Jährigen eine Tüte über den Kopf gezogen zu haben. Der 24-Jährige hatte eingeräumt, die Frau letztlich getötet zu haben. Beide jungen Männer behaupteten, auf Anweisung der 50-Jährigen gehandelt zu haben.

Die Angeklagten konnten 2020 anhand von DNA-Spuren an der Toten ermittelt werden. Die Getötete hatte bei der 50-Jährigen gewohnt. Sie sei dort von der ehemaligen Pflegehelferin jahrelang erniedrigt, gequält und geschlagen worden, hatte unter anderem am Montag die Tochter des Opfers ausgesagt.

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