Mann vergiftet: Angeklagte bleibt Prozess erneut fern

05.05.2021 Ein Prozess vor dem Landgericht Fulda gegen eine 35-jährige Frau, die ihren seinerzeit von ihr getrennt lebenden Ehemann vergiftet und schwer verletzt haben soll, kommt einfach nicht in Gang. Am Mittwoch scheiterte ein zweiter Versuch, weil die Angeklagte abermals nicht erschien. Die 35-Jährige lebt in ihrem Heimatland Peru.

Justitia-Statue. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Laut Anklage soll die Frau im November 2016 ihrem damaligen Noch-Ehemann in Fulda ein Getränk mit einem starken Schlafmittel (Benzodiazepin) verabreicht haben, um ihn zu betäuben. Nachdem er in einen Tiefschlaf gefallen war, soll sie ihm mit einem Teppichmesser die Pulsader aufgeschnitten und dabei die Beugesehnen seiner Finger durchtrennt haben. So habe die Angeklagte vortäuschen wollen, dass ihr Mann Suizid begangen habe.

Die Staatsanwältin wiederholte am Mittwoch ihren Antrag auf internationalen Haftbefehl. Darüber wird die Kammer jetzt entscheiden. Der Verteidiger hat bereits angekündigt, Beschwerde dagegen einlegen zu wollen. Seine Begründung: Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht. Die Frau soll den Notarzt gerufen haben, nachdem ihr Mann aufgewacht war. Nur deshalb soll der heute 47-Jährige überlebt haben. Daher ist die Frau auch nicht wegen versuchten Mordes angeklagt, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung.

Eine Verständigung zwischen Gericht und Verteidigung ist bisher nicht zustande gekommen. Der Vorsitzende Richter hatte eine zweijährige Haftstrafe mit Bewährung ins Gespräch gebracht, falls die Angeklagte vor Gericht ein Geständnis ablege. Doch darauf will sich die Angeklagte offenbar nicht einlassen. Ihr Ex-Mann fordert außerdem mindestens 7000 Euro Schmerzensgeld. Mit einer Bewährungsstrafe ist er nicht einverstanden.

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