Hessen: Europaweites Verbot bleihaltiger Jagdmunition

22.04.2021 Hessen macht sich für ein europaweites Verbot bleihaltiger Jagdmunition stark. Das Land werde zur Tagung der Umweltministerkonferenz am Freitag einen entsprechenden Antrag einbringen, wie Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in Wiesbaden ankündigte. «In Hessen haben wir ein solches Verbot bereits seit 2015 und es funktioniert.» Es gebe Alternativen zu bleihaltiger Munition, die genauso gut für die Jagd geeignet seien.

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) spricht. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Europaweit gelangen durch die Jagd jährlich 20 000 Tonnen Blei in die Böden. Etwa 1,5 Millionen Vögel verenden dadurch jedes Jahr», erläuterte Hinz. Darunter seien auch bedrohte Arten wie der Seeadler, bei dem jeder dritte Todesfall auf eine Bleivergiftung zurückzuführen sei.

Die Europäische Chemikalienagentur habe diese schwerwiegende Belastung von Böden und die Vergiftung von Tieren festgestellt, erklärte die Ministerin. «Auch Wildfleisch kann durch bleihaltige Jagdmunition kontaminiert und dann für Schwangere, Kinder sowie bei hohem Wildverzehr ein Risiko sein.» Deshalb plädiere Hessen dafür, den Verkauf und die Nutzung von bleihaltiger Munition nach einer Übergangsfrist europaweit zu verbieten.

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