Diskussion über Testpflicht auch für Kindergartenkinder

22.04.2021 An den Schulen in Hessen müssen sich Lehrer und Schüler zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, an den Kitas gibt es eine solche Pflicht bislang nicht. Einige hielten das aber für eine gute Idee.

Nach einem Corona-Schnelltest eines Pressefotografen wird eine Lösung auf eine Testkassette aufgeträufelt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Einführung einer Corona-Testpflicht für hessische Schüler läuft auch eine Diskussion über regelmäßige oder sogar verpflichtende Test für Kindergartenkinder. Die Stadt Frankfurt befürwortet einen solchen Schritt für Kita-Kinder. «Das wäre gut, denn Testen gibt Sicherheit und schützt», sagte die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD).

Die Tests sollten zu Hause von den Eltern durchgeführt werden, so dass ein Kind bei einem positiven Ergebnis erst gar nicht in die Kita kommen würde. Seit Beginn des Jahres hätten in den Frankfurter Kitas 6,5 Prozent der getesteten Kinder ein positives Ergebnis gehabt. In etwa jeder achten Kita sei das Virus an mindestens drei Menschen weitergegeben worden.

Ähnlich sieht das Thema Testpflicht auch Sabine Herrenbrück, die bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Darmstadt für die Kitas zuständig ist. «Dies sollte auf jeden Fall eingeführt werden», sagte sie. Die EKHN könne als Träger Tests anbieten, allerdings gebe es keinen entsprechenden Beschluss der Regierung und daher auch keine Finanzierungszusage.

Die Gewerkschaft Verdi forderte, die Kita-Kinder mindestens wöchentlich von den Eltern mit kindgerechten Tests wie Lolly- und Gurgeltest oder Zungenabstrich testen zu lassen und den Einrichtungen das Testergebnis verbindlich mitzuteilen. Die Erzieherinnen sollten die Tests nur in Ausnahmefällen durchführen, da deren Arbeitsbelastung ohnehin schon sehr hoch sei.

«Hier muss das Land Hessen in Abstimmung mit den Trägern zügig ein kindgerechtes und medizinisch fundiertes Testangebot an Eltern machen», hatte Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler am Mittwoch erklärt. Die Gewerkschaft GEW hat gefordert, die Testpflicht auf Kita-Kinder auszuweiten und die Tests zweimal die Woche zu Hause von den Eltern durchführen zu lassen.

Zumindest ein Testangebot für Kita-Kinder hatte die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Nancy Faeser, gefordert. «In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gibt es bereits entsprechende Angebote - ich kann keinen Grund erkennen, warum Hessen hier zögert», sagte sie. Die Kosten der Tests für Kita-Kinder sollten Bund, Land und Kommunen zu gleichen Teilen tragen.

Das Bistum Limburg hält Tests für die Kita-Kinder im häuslichen Umfeld ebenfalls für sinnvoll, setzt allerdings auf Freiwilligkeit. Eine Testpflicht könne zu Debatten und Widerständen führen, sagte ein Sprecher. Mit dem Angebot freiwilliger Tests hätten die Einrichtungen dagegen gute Erfahrungen gemacht. Wie für die Kita-Mitarbeiter sollten vom Land auch für die Kleinen zwei Tests pro Woche bereit gestellt werden.

Seit dieser Woche gibt es für die Schulen in Hessen eine Testpflicht, zweimal pro Woche sollen sich Lehrer und Schüler testen lassen. In den Kitas gibt es zwar weiterhin ein regelmäßiges Testangebot für die Erzieherinnen, die kleinen Kinder dort sind nach der derzeitigen Regelung von den Testungen ausgenommen.

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