Ermittlungen wegen Antisemitismus-Vorwurf gegen Polizei

06.04.2021 Eine antisemitische Beleidigung von Polizisten? Ein 33-Jähriger erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizisten und erstattet Anzeige. Die eingesetzten Beamten weisen dies von sich und gehen ihrerseits gegen den 33-Jährigen vor.

Das Wappen der Polizei Hessen ist auf einer Uniform zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einem möglichen Vorfall von Antisemitismus bei der Frankfurter Polizei haben die Beamten Ermittlungen aufgenommen. «Wir nehmen den Vorwurf sehr ernst. Antisemitismus und Rassismus jedweder Art werden nicht geduldet», sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Der Polizist soll - so der Vorwurf - am Karfreitag auf dem Opernplatz einen Fußgänger nach seinem «Judenausweis» gefragt haben.

Nach der Aussage des Passanten in der «Bild»-Zeitung hatte dieser zum Telefonieren seine Maske abgenommen und eine Aufforderung der Polizei, den Schutz zu tragen, überhört. «Plötzlich schlug mir jemand fest von hinten auf meine linke Schulter, packte mich, riss mich herum», sagte der Mann. «Über die unnötige Brutalität war ich so schockiert, dass ich fragte, ob das wirklich notwendig gewesen sei, wir seien hier ja nicht in 1933.» Nachdem der Satz gefallen sei, hätte der Beamte ihn «noch aggressiver» angeschaut, sagte der 33-Jährige der Zeitung. «Ich erklärte ihm, dass ich Jude sei. Da fragte er: "Wo ist denn Ihr Juden-Ausweis?" und lachte hämisch.»

Der Polizei zufolge erstattete der 33-Jährige Anzeige unter anderem wegen Beleidigung. Die eingesetzten Beamten würden die Vorwürfe vehement bestreiten. «Sie haben ihrerseits Strafanzeige wegen Verleumdung gegen den 33-Jährigen erstattet», heißt es in einer Polizeimeldung. Sie hätten von einem völlig uneinsichtigem Verhalten des 33-Jährigen berichtet, der sich auch nach einer Aufforderung geweigert habe, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Deshalb sei in letzter Konsequenz ein Platzverweis ausgesprochen worden.

Laut der Polizei wurden bereits am Osterwochenende erste Ermittlungen aufgenommen. «Es wird alles dran gesetzt, den Sachverhalt aufzuklären, ob sich das so zugetragen hat.» Mit dem Geschädigten sei bereits Kontakt aufgenommen worden. Wie bei allen Ermittlungen gelte erst einmal die Unschuldsvermutung.

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