Psychische Leiden: Am meisten Fehltage im Gesundheitswesen

28.03.2021 Hessische Beschäftigte im Gesundheitswesen haben im Pandemie-Jahr deutlich häufiger wegen psychischen Erkrankungen gefehlt als noch 2019. Das ergab eine Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Jahr 2020 entfielen demnach auf 100 Versicherte durchschnittlich 378 Fehltage wegen psychischer Leiden, ein Anstieg von rund 14 Prozent. In keiner anderen Branche nahmen die Fehlzeiten demnach so stark zu. «Das Gesundheitswesen ist bis an die Grenzen belastet und damit auch die Beschäftigten», erklärte Sötkin Geitner, DAK-Landeschefin in Hessen.

Eine Frau legt ihren Kopf in die Hände. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Verwaltungssektor - der 2019 noch die meisten Fehltage wegen psychischer Erkrankungen verzeichnete - sank der Wert auf 303. Der hessenweite Durchschnitt betrug 262 Fehltage je 100 Versicherte und rangierte damit in etwa auf Vorjahresniveau.

Bezogen auf die Dauer des Ausfalls fehlten Hessen im vergangenen Jahr so lang wie noch nie zuvor. Psychisch Erkrankte blieben der Arbeit im Jahr 2020 durchschnittlich 38 Tage fern, drei Tage länger als im Vorjahr. Auch blieben die Unterschiede zwischen den Geschlechtern groß. Auf 100 Frauen kamen durchschnittlich 315 Fehltage, bei den Männern waren es 218 Tage.

Wie im Vorjahr waren Depressionen unter den psychischen Erkrankungen für die meisten Fehltage (106 je 100 Versicherte) verantwortlich, der Wert ging jedoch leicht zurück. Dem Bericht zufolge gewannen Anpassungsstörungen (Reaktionen auf belastende Lebensereignisse) in der Pandemie als zweithäufigste Diagnose an Bedeutung, die Fehltage stiegen um 6 Prozent auf 60 je 100 Versicherte an.

Der Bericht der DAK Krankenkasse beruht auf repräsentativen Daten von mehr als 272.000 DAK-Versicherten in Hessen, die das Berliner IGES Institut ausgewertet hat. Insgesamt 640 000 Hessen sind bei der DAK-Gesundheit versichert.

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