Prozess um Kopfschuss: Mann zu Freiheitsstrafe verurteilt

12.03.2021 Weil er seiner Freundin in den Kopf geschossen hat, ist ein 37-jähriger Mann am Freitag vom Landgericht Hanau wegen versuchten Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Autos fahren in Hanau am Gebäude des Landgerichtes vorbei. Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte Anfang September 2019 nach mehreren handgreiflichen Auseinandersetzungen in den Wochen zuvor während eines erneuten Streits in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) auf seine elf Jahre jüngere Freundin geschossen hatte. Ein Projektil traf die 26-Jährige im Hinterkopf. Bei einer Notoperation am Uniklinikum in Frankfurt wurde die Kugel herausoperiert, die im Schädel steckengeblieben war, ohne bleibende Schäden anzurichten.

Die Tatwaffe ist bislang nicht gefunden worden. Die Richter gehen nach Gutachten jedoch davon aus, dass es sich um eine umfunktionierte Schreckschusswaffe handelte. Die Bleikugel sei mit deutlich geringerer Geschwindigkeit eingeschlagen als bei einer echten Schusswaffe.

Der Angeklagte hatte ein Teilgeständnis abgelegt. Weil er nachweislich unter Kokaineinfluss gestanden habe, sei er jedoch vermindert schuldfähig gewesen. Daher verhängte das Gericht zusätzlich eine Drogentherapie als Maßregelvollzug. Außerdem soll der Angeklagte 10 000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten Totschlags eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung wegen gefährlicher Körperverletzung auf sechseinhalb Jahren plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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