Verschärfte Corona-Regeln machen den Hamburgern zu schaffen

04.12.2021 Nur Geimpfte und Genesene dürfen in Hamburg noch in alle Geschäfte. Wollen sie in Clubs oder Tanzlokale, müssen sie zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen. Ungeimpften ist eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nun fast vollständig verwehrt.

Auf einem Schild am Eingang zu einem Geschäft steht «Eintritt nur mit 2G». Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die in Hamburg seit Samstag geltenden, noch schärferen Corona-Regeln machen den Menschen in der Hansestadt zu schaffen. So dürfen nun nur noch Geimpfte oder Genesene in allen Geschäften shoppen. Das führte nach Angaben des Handelsverbands Nord wegen der Kontrollen bei einzelnen Geschäften zwar zu Schlangen, insgesamt wurden aber zum zweiten Advent deutlich weniger Menschen in die Einkaufspassagen gelockt. Sprecherin Mareike Petersen sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei jedoch unklar, ob die geringe Kundenzahl jetzt an der neuen 2G-Regel liege oder daran, dass die Menschen generell wegen der Corona-Pandemie vorsichtiger geworden seien. Insgesamt geht der Handelsverband in Hamburg von einem Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent aus.

Doch nicht nur im Einzelhandel, auch in Clubs und allen anderen Lokalen, wo getanzt wird, gelten nun mit 2G plus strengere Regeln. Das heißt: Nur Geimpfte oder Genesene kommen rein und müssen zusätzlich noch einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Als weitere Verschärfung sieht die neue Eindämmungsverordnung auch unter 2G-Bedingungen wieder die Maskenpflicht vor. Immer dort, wo es möglich ist - wie bei Theater- und Kinovorstellungen -, muss auch am Platz wieder eine medizinische Maske getragen werden. Und durften bisher alle ungeimpften Minderjährigen am 2G-Modell teilhaben, gilt diese Ausnahme jetzt nur noch für unter 16-Jährige. Grund ist die schon länger bestehende Impfmöglichkeit für 16- und 17-Jährige.

Für Ungeimpfte bleiben in Hamburg kaum mehr Möglichkeiten für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: So dürfen sie nur noch in Supermärkten, Drogerien, Apotheken und in sonstigen Läden des täglichen Bedarfs einkaufen. Und voraussichtlich nächste Woche kommen Kontaktbeschränkungen hinzu. Dann dürfen Ungeimpfte nur noch mit den Mitgliedern des eigenen Haushalts und maximal zwei Mitgliedern aus einem zweiten Haushalt zusammentreffen. Laut Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sollen die Einschränkungen den Ungeimpften einen Anreiz bieten, sich doch noch eine Spritze gegen Corona geben zu lassen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 77,0 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft - als vollständig geimpft gelten mit Stand vom Freitag 74,8 Prozent. 236 123 Hamburgerinnen und Hamburger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, was einer Quote von 12,7 Prozent entspricht. Bei den Quoten der einmal und vollständig Geimpften belegt Hamburg unter den Bundesländern Platz drei hinter Bremen und dem Saarland. Bei den «Booster»-Impfungen - also dem Piks zur Auffrischung - liegt die Hansestadt dagegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 14,7 Prozent.

Angesichts eher mangelnden Interesses der Kinderärzte an Corona-Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige will Hamburg eigene Kinderimpfzentren einrichten. Das Gros der Kinderärzte ziehe nicht mit, sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD). «Stand heute - das ändert sich ja aber immer - ist es tatsächlich rechnerisch ein knappes Viertel, das zurückgemeldet hat, sich beteiligen zu wollen.» Ihre Behörde habe alle Praxen hinsichtlich der zu bestellenden Menge des Impfstoffs angefragt. «Die Rückmeldung lautet so: Der medizinische Nutzen ist überschaubar bei dieser Altersgruppe, und es gibt sehr viel wichtigere kinderärztliche Tätigkeiten, die priorisiert gemacht werden müssten, insbesondere in den durch die Erkältungssaison ohnehin belasteten Kinderarztpraxen.» Normale Impfungen und U-Untersuchungen würden als bedeutender eingeschätzt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg sank derweil am Samstag weiter. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche mit 236,8 an. Am Freitag hatte der Wert 238,5 betragen, vor einer Woche 246,9. Insgesamt seien 708 neue Fälle gemeldet worden. Das ist einer mehr als am Freitag, es sind aber 32 Fälle weniger als vor einer Woche. Seit Februar 2020 haben sich in der Hansestadt damit mindestens 117 557 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 102 000 davon gelten nach RKI-Schätzungen als genesen. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, stieg laut Gesundheitsbehörde um 4 auf 1902.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden am Samstagvormittag (Stand 11.15 Uhr) laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 67 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 45 invasiv beatmet werden mussten - jeweils 2 mehr als am Vortag. Damit sind 14,3 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Gesundheitsbehörde gab die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt mit Stand Freitag mit 226 an.

© dpa-infocom GmbH

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