Ripperger bekommt Preis der Deutschen Wildtier Stiftung

02.12.2021 Was machen Fledermäuse eigentlich, wenn sie in ihren Höhlen zusammen rumhängen und wer tut das mit wem und was machen sie danach? Ein Biologe will das genau erforschen und hat dafür nun in Hamburg einen mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis bekommen.

Simon Ripperger, Fledermausforscher, erhält den Preis der Deutschen Wildtier Stiftung. Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für seine Forschung rund um die Kommunikation von Fledermäusen hat der Biologe Simon Ripperger vom Naturkundemuseum Berlin den Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung bekommen. Der Fledermausspezialist untersucht die Wochenstuben des Großen Mausohrs. Dabei will er herausfinden, ob sie wichtige Zentren des sozialen Lernens bei den Fledermäusen sind.

«Sein komplexes, aber gut nachvollziehbar aufgebautes Projekt beleuchtet das weitgehend unverstandene Thema des sozialen Lernens mittels innovativer methodischer Ansätze», sagte der Forschungspreisjury-Vorsitzende Sven Herzog laut Mitteilung am Donnerstag. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis sollte am Donnerstagabend im Zoologischen Museum in Hamburg überreicht werden.

Um herauszufinden, wer in den Höhlen mit wem «rumhängt», haben Ripperger und sein Team eine besondere Technik entwickelt. «Die Fledermäuse tragen einen Mini-Sensor auf ihrem Rücken, der die Beziehungen der Tiere untereinander dokumentiert», so der Preisträger laut Mitteilung. So könne er «wie bei Facebook - nur zu einem wissenschaftlich interessanten Zweck - (...) die sozialen Netzwerke in den Wochenstuben und das Verhalten jedes einzelnen Tieres genau beobachten».

Auf diese Weise werden die Sozialkontakte sowie die nächtlichen Flugwege von 80 Großen Mausohren aufgezeichnet. Die ersten Erkenntnisse zu Kommunikation und Lernverhalten der Fledermäuse sollen 2024 vorliegen.

© dpa-infocom GmbH

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