Verdi macht mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst Druck

24.11.2021 Schulhausmeister im Warnstreik, Einschränkungen in Musikschulen, Warteschlangen an Bezirksämtern: Beschäftigte der Hansestadt haben im laufenden Tarifkonflikt abermals gezeigt, wie wichtig sie für das öffentliche Leben sind.

Streikende ziehen während eines Warnstreiks in der Tarifrunde hinter einem Transparent. Foto: Markus Scholz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenige Tage vor der möglicherweise entscheidenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder haben städtische Beschäftigte am Mittwoch noch einmal mit Warnstreiks in Hamburg Druck gemacht. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beteiligten sich rund 4000 Menschen an den Arbeitsniederlegungen. Hamburgs stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Sieglinde Frieß sprach von einem «großen Meilenstein in diesem Arbeitskampf». An die Adresse von Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte sie: «Die aktuelle Steuerschätzung macht deutlich, Geld ist genug da.» Jetzt werde es Zeit, «dies auch herauszurücken».

Am kommenden Wochenende steht in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde zwischen Verdi und weiteren Arbeitnehmervertretungen sowie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) an. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder neben besseren Arbeitsbedingungen fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem sollen Auszubildende und Praktikanten monatlich 100 Euro mehr bekommen. Die TdL wies die Forderungen bisher als unrealistisch zurück und legte noch kein Angebot vor.

TdL-Vorstand Dressel setzt auf eine Tarifeinigung in dieser Verhandlungsrunde. Aus seiner Sicht wären ein Vertagen der Gespräche und ein möglicher Arbeitskampf ein schlechtes Zeichen. Er betonte jedoch, dass für einen Abschluss Kompromissbereitschaft nötig sei. «Das setzt Bewegung auf allen Seiten voraus.» Frieß entgegnete, Verdi nehme gern das Angebot einer Lösung im Tarifkonflikt an, «dies muss aber auf Augenhöhe passieren».

Bei einer zentralen Kundgebung vor dem DGB-Haus machte die Gewerkschafterin auf die aus ihrer Sicht wachsende Arbeitsbelastung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst aufmerksam. Es gebe bei der Stadt rund 30.000 Tarifbeschäftigte und circa 40.000 Beamtinnen und Beamte, das seien 30 Prozent weniger als vor 20 Jahren, sagte sie. «Das heißt Ihr arbeitet zu zweit für drei, das ist nicht mehr tragbar.»

Die Auswirkungen des Warnstreiks seien in der Stadt «deutlich zu spüren», berichtete die Gewerkschaft. «Die Bezirksämter sind beeinträchtigt, Warteschlangen sind sichtbar, die Bauhöfe sind in der Regel geschlossen», hieß es. «Die Schleusen machen wieder nur Notdienst, Schulen und Schulbüros sind reduziert besetzt, auch die Schulhausmeister sind im Streik.» Auch in den sozialen Bereichen sei nur gearbeitet worden, «wenn dringend Hilfe notwendig ist».

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Bayern lassen Hertha keine Chance - Nun Sechs-Punkte-Polster

People news

Brandenburg: Ex-«Glücksrad»-Fee Gilzer scheitert bei Bürgermeisterwahl

Musik news

Musik-Experte: Produzent und «DSDS»-Juror: Toby Gad rückt ins Rampenlicht

People news

Erfahrungsbericht: «Intensiv» - ein Notruf aus der Krankenpflege

Auto news

Busfahrermangel : Tausende Kräfte fehlen

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Warnstreik im öffentlichen Dienst: Einschränkungen drohen

Regional hamburg & schleswig holstein

Verdi ruft zu Warnstreik im öffentlichen Dienst auf

Regional nordrhein westfalen

Unikliniken sagen wegen Warnstreiks Operationen ab

Regional hamburg & schleswig holstein

Verdi und Senat: Tarifabschluss akzeptabel

Inland

Öffentlicher Dienst: Warnstreik an Unikliniken in mehreren Bundesländern

Regional berlin & brandenburg

Berliner Angestellte erneut im Warnstreik

Regional hamburg & schleswig holstein

«Prozentlauf»: Beamtenbund macht vor Verhandlungen Druck

Regional nordrhein westfalen

Beschäftigte des öffentlichen Diensts setzen Warnstreik fort