Anstieg der Exklusionsquote im Norden sorgt die SPD

06.11.2021 Mehr Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden an Förderzentren im Norden unterrichtet. Die Exklusionsquote steige damit, kritisiert die SPD. Auch die Entwicklung an den Beruflichen Schulen sorgt den Bildungspolitiker Habersaat.

Der schleswig-holsteinische SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat spricht bei einer Landtagssitzung. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die SPD hat die Schulpolitik der Landesregierung kritisiert. «Mit Jamaika ist leider der Gedanke des Sortierens von Kindern wieder stärker geworden, anstatt die Schulen Stück für Stück so auszustatten, dass sie allen ihnen anvertrauten Kindern gerecht werden können», sagte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auf den gestiegenen Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die laut einem Bericht der Landesregierung an Förderzentren unterrichtet werden.

Zum wiederholten Male in der Amtszeit von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sei die sogenannte Exklusionsquote gestiegen, sagte Habersaat. Laut Landesregierung kletterte die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Förderzentrum um 190 auf gut 5300. Die Zahl inklusiv beschulter Kinder und Jugendlicher nahm dagegen um rund 30 auf 11 550 ab. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf ging von 69,2 Prozent im Vorjahr auf 68,4 Prozent Schuljahr im Schuljahr 2020/21 zurück. Dementsprechend stieg die Exklusionsquote von 30,8 auf 31,6 Prozent.

Weiter heißt es in dem Bericht zur Unterrichtsversorgung: «Damit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf an allen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 10 auf einen neuen Höchststand von über 6,9 Prozent gestiegen.»

Kritisch sieht Habersaat auch die Entwicklung der Unterrichtsversorgung an den Beruflichen Schulen. Zwar sei der Wert von 100 Prozent im Schuljahr 2020/21 nach 97 Prozent im Vorjahr auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Die Verbesserung resultiere allerdings nicht aus zusätzlichen Lehrkräften für diese Schulart, sondern aus einem deutlichen Rückgang um 2100 Schülerinnen und Schüler.

«In der Folge werden den Beruflichen Schulen weniger Lehrkräfte zugewiesen und es wird schwer, deren breitgefächertes Angebot aufrecht zu erhalten», sagte Habersaat. Ohne neue Konzepte und eine landesweite Schulentwicklungsplanung bestehe die Gefahr, dass immer mehr Berufe, vor allem im Handwerk, nicht mehr in der Fläche angeboten werden können und junge Menschen sich für andere Ausbildungen oder andere Ausbildungsregionen entschieden.

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