Im Norden fehlen 26.600 Ganztagsplätze für Grundschüler

19.10.2021 Die westdeutschen Länder müssen ihre Ganztagsangebote für Grundschulkinder noch kräftig ausbauen, um den Rechtsanspruch auf einen Platz erfüllen zu können. Das gilt einer Studie zufolge auch für Schleswig-Holstein.

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um ab dem Schuljahr 2029/30 den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschüler erfüllen zu können, muss das Land Schleswig-Holstein einer Studie zufolge zwischen 800 und 1500 neue Vollzeitstellen schaffen. Das kostet nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts in München und der TU Dortmund bis zu 221 Millionen Euro an Investitionsausgaben für die neuen Plätze.

Dabei gehen die Forscher davon aus, dass die Zahl der Grundschulkinder von 101.900 Ende 2019 um 7 Prozent auf rund 109.500 im Jahr 2029 zunimmt. Für sie müssen den Angaben zufolge landesweit zwischen 21.200 und 26.600 neue Plätze geschaffen werden - je nachdem, wie viele Eltern einen Ganztagesplatz für ihr Kind dann tatsächlich in Anspruch nehmen.

Derzeit nutzen 32 Prozent der Eltern das Angebot. Der Bedarf liegt den Angaben zufolge bei 49 Prozent (Mittelwert aus 2018 bis 2020). 40 Prozent der Eltern wünschen demnach keinen Ganztagesplatz, 10 Prozent einen Platz über Mittag (Mittelwerte aus 2018 bis 2020).

Ab 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule deutschlandweit schrittweise eingeführt - so haben es Bundestag und Bundesrat im September beschlossen. Der Bund hat den Ländern zugesagt, den Ganztagsausbau mit bis zu 3,5 Milliarden Euro für die Infrastruktur zu unterstützen und sich an den laufenden Kosten dauerhaft zu beteiligen.

Bundesweit ist der zusätzliche Ausbaubedarf laut der Studie aber geringer als bislang angenommen: Drei Viertel der bis dahin benötigten Plätze existierten bereits heute. Damit seien auch der Personalbedarf und die Ausbaukosten insgesamt geringer, als es bislang angenommen wurde.

Während in den ostdeutschen Flächenländern und Hamburg nur noch ein kleiner Teil der Plätze fehlt, zeigen die Vorausberechnungen, dass in den westdeutschen Flächenländern im Mittel noch zwischen 30 und 40 Prozent der Plätze geschaffen werden müssen.

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