Nur 38 Prozent der Corona-Impfungen bei Hamburger Ärzten

16.10.2021 Üblicherweise geht man zum Impfen zum Arzt - bei Grippeschutzimpfungen beispielsweise. In der Corona-Pandemie ist das anders: Viele Millionen Menschen müssen möglichst schnell geimpft werden. Und dabei tragen die staatlichen Angebote die Hauptlast.

Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. Foto: Gregor Fischer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Anders als die jährlichen Grippe-Impfungen sind viele Corona-Schutzimpfungen nicht bei den niedergelassenen Ärzten verabreicht worden, sondern durch öffentliche Angebote. So seien von den bundesweit bislang gut 109 Millionen Erst- und Zweitimpfungen knapp 61 Millionen oder fast 56 Prozent in Impfzentren oder von mobilen Impfteams gespritzt worden, sagte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur. Gut 44,5 Millionen oder 40 Prozent der Impfdosen wurden laut seiner bundesweiten Auswertung (Datenstand 12. Oktober) in Arztpraxen verabreicht, knapp 2,5 Millionen oder gut 2 Prozent von Betriebsärzten.

Die Situation in Hamburg stelle sich ähnlich wie im Bund dar, sagte Helfrich. «Die wichtigste Rolle für die Versorgung der Bevölkerung mit der Corona-Schutzimpfung spielten die städtischen Angebote.» Trotz der im Bundesvergleich überdurchschnittlich hohen Zahl an niedergelassenen Ärzten in der Stadt hätten diese weniger Impfungen verabreicht als im Bundesschnitt. «Dies wird aber durch die Angebote der Betriebsmediziner wieder wettgemacht, die sich stärker als im Bundesschnitt an der Impfkampagne in der Stadt Hamburg beteiligten», sagte er.

Laut seiner Auswertung wurden in Hamburg bisher insgesamt 2.556.795 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. «1.450.092 dieser Impfungen sind durch die Stadt organisiert worden - im Impfzentrum, durch die mobilen Teams und in den dezentralen Impfangeboten, ein Anteil von rund 57 Prozent.» 38 Prozent der Impfungen seien in Arztpraxen verabreicht worden, rund 5 Prozent durch die Betriebsärzte.

Die Auswertung zeige, dass der Fortschritt bei den Corona-Schutzimpfungen «viele Mütter und Väter» habe, sagte Helfrich. «Wichtig ist vor allem, möglichst rasch eine möglichst hohe Impfquote zu erzielen und viele Menschen zu erreichen. Deswegen war es richtig, die Impfkampagne auf mehrere Säulen zu stützen.»

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