Stegner: War immer stolz Abgeordneter des Landtags zu sein

23.09.2021 Mit versöhnlichen Worten hat sich Schleswig-Holsteins langjähriger SPD-Fraktionschef Ralf Stegner aus dem Landtag verabschiedet. «Ich bin ein streitbarer Redner, das wissen Sie. Sollte ich den einen oder anderen verletzt haben, dann tut mir das leid, dann war das nicht beabsichtigt», sagte der 61-Jährige am Donnerstag in einer persönlichen Erklärung im Parlament in Kiel. Abgeordnete erhoben sich anschließend von ihren Sitzen. Stegner kandidiert am Sonntag für den Bundestag.

Ralf Stegner (SPD), Mitglied der SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es sei ihm eine große Ehre, der am längsten amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende in der Nachkriegsgeschichte der Nord-SPD gewesen zu sein. Nach 13 Jahren hatte die stellvertretende Parteivorsitzende Serpil Midyatli im Sommer in diesem Amt die Nachfolge angetreten. «Ich habe es Euch nicht immer leicht gemacht, aber Ihr mir auch nicht», sagte Stegner an seine Fraktion gewandt.

Stegner betonte, er sei immer stolz gewesen, Abgeordneter im Landtag zu sein. «Ich werde die meisten von Ihnen vermissen und mich tröstet der Gedanke, dass ich meine alten Spielkameraden Wolfgang Kubicki, Robert Habeck und Jo Wadephul mutmaßlich wieder treffe.» Stegner wandte sich mit persönlichen Worten auch an den krankheitsbedingt fehlenden Ministerpräsidenten Daniel Günther, Landtags-Präsident Klaus Schlie (beide CDU) sowie die Fraktionschefs von CDU, Grünen, FDP und SSW. «Leidenschaftlicher Streit in der Sache dient der Demokratie.»

Der erkrankte Schließ ließ über Landtags-Vizepräsidentin Kerstin Eickhoff-Weber (SPD) ausrichten, er habe Stegner als engagierten und streitbaren Kollegen schätzen gelernt. «Sie haben Ihre Fahne nicht nach dem Wind gedreht, auch wenn der mal von vorne kam.» Stegner habe dem Land politisches Gewicht verliehen.

Stegner war ab 1990 Teil der Landespolitik, zunächst als Pressesprecher des damaligen Sozialministers Günther Jansen (SPD), später als Staatssekretär, Finanz- und Innenminister. Den Landesvorsitz hatte der ehemalige SPD-Bundesvize bereits 2019 an Midyatli abgegeben.

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