Veranstalter zufrieden mit kleiner Kieler Woche

12.09.2021 Regatten, Windjammer und ein Fürst: Nur ein großes Volksfest gab es dieses Jahr nicht auf der Kieler Woche. Die Corona-Pandemie verhinderte ein größeres Spektakel. Oberbürgermeister Kämpfer hofft auf nächsten Sommer.

Menschen beobachten das Segelschiff „Tolkien“. Foto: Gregor Fischer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz der Absage eines großen Sommerfestes mit Dutzenden Konzerten haben sich die Veranstalter zufrieden mit dem Verlauf der kleinen Kieler Woche gezeigt. Wegen der Corona-Pandemie fiel das Programm in diesem Jahr noch einmal kleiner aus als bereits 2020. «Es war eine tolle Kieler Woche - im Rahmen dessen, was möglich war», sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Sonntag im Olympiazentrum Kiel-Schilksee. «Nächstes Jahr starten wir wieder richtig durch.»

Anders als 2020 sollte die Regattawoche am Abend aber zumindest wieder mit dem traditionellen Feuerwerk über der Förde zu Ende gehen. Statt 2000 waren es in diesem Jahr nur rund 100 Programmpunkte. Dennoch hätten «99 Prozent einfach diese Kieler Woche genossen», sagte Kämpfer. Unter normalen Bedingungen hatte das Sommerfest 2019 mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

Bei oft gutem Wetter hatten allein rund 80 000 Menschen das Areal am Olympiastützpunkt in Schilksee besucht, wo die Regatten ausgetragen wurden. Daran nahmen fast 3000 Segler aus 23 Nationen in mehr als 900 Jollen und Booten teil. Trotz ausgeprägter Flauten konnte ein Großteil der Wettfahrt absolviert werden. «Wir hatten großen Zuspruch im Nachwuchsbereich, einen Starboot-Weltmeister 2021 aus Deutschland und innovative Klassen am Start», sagte Organisationsleiter Dirk Ramhorst.

Maritimer Höhepunkt war die Windjammerparade, angeführt von der 65 Meter langen «Alexander von Humboldt II» und weiteren Traditionsschiffen wie der «Swaensborgh», der «Thor Heyerdahl», «Mare Frisium», «Albert Johannes» und der «Abel Tasman». Rund 30 000 Menschen verfolgten das rege Geschehen auf dem Wasser entlang der Förde, wie Stadtsprecherin Kerstin Graupner sagte. Damit habe es sich wie im Vorjahr um die mit Abstand größte Veranstaltung der Regattawoche gehandelt. Allerdings sei die Freude durch einen kräftigen Regenguss getrübt worden. Große Windjammer wie die «Kruzenshtern», die bereits oft zur Kieler Woche zu Gast war, nahmen in diesem Jahr nicht teil. Wie im vergangenen Jahr durften an der Parade dafür neben Traditionsseglern private Boote aller Art teilnehmen.

Fürstlichen Glanz verlieh der Regattawoche am Mittwoch Fürst Albert II. von Monaco (63) bei seinem Besuch des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung. Am 5. September wurde der Weltwirtschaftliche Preis verliehen. Er ging an den ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson, den Unternehmer Michael Otto und die Nachhaltigkeitsexpertin Xuemei Bai, die in Australien forscht.

Die Kieler hoffen nun auf ein wieder größeres Sommerfest 2022 (18. bis 26. Juni). «Im nächsten Jahr gibt es kein Argument mehr», sagte Kämpfer. Dann wolle die Stadt 140 Jahre Kieler Woche und 50 Jahre olympische Segelwettbewerbe in Schilksee feiern. «Dann geben wir richtig Vollgas und Speed.»

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