Batterieforschung fürs Klima: Grey mit Körber-Preis geehrt

10.09.2021 Ob Handys, Notebooks, Hörgeräte oder E-Autos - sie alle brauchen gute Akkus. Eine britische Forscherin hat mit einer besonderen Methode dazu beigetragen, dass deren Leistung deutlich gesteigert werden konnte. Dafür hat sie nun einen millionenschweren Preis bekommen.

Clare Grey sitzt in einem Büro. Foto: Gabriella Bocchetti/University of Cambridge/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seit vielen Jahrzehnten forscht die britische Chemikern Clare Grey (56) bereits zu leistungsfähigeren Batterien und hat dabei viel Pionierarbeit geleistet. Für ihre Arbeit hat die Batterieforscherin nun den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2021 überreicht bekommen. Grey habe als weltweit führende Forscherin in der Material- und Elektrochemie mit ihrer Arbeit die Batterieentwicklung revolutioniert, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag kurz vor der Übergabe der Auszeichnung im Hamburger Rathaus. Sie habe mit dafür gesorgt, «dass Handys handlich wurden, moderne Hörgeräte kaum noch sichtbar sind und Elektromobilität im Straßenverkehr eingesetzt werden kann».

Grey leistete nach Angaben der Körber-Stiftung wichtige Grundlagenforschung bei der Optimierung von Batterien mit Hilfe der NMR-Spektroskopie. Diese Methode ermögliche Einblicke in Batterien - ähnlich der Kernspin-Tomographie, mit der Ärzte Patienten «durchleuchten». Ihre Untersuchungen halfen, die Leistung von Lithium-Ionen-Akkus, die etwa Handys, Notebooks oder E-Fahrzeuge mit Strom versorgen, deutlich zu steigern.

Zudem war und ist die Chemikerin an der Entwicklung neuartiger Batterietypen beteiligt - darunter Lithium-Luft-Akkus, die eine zehnfach erhöhte Energiedichte aufweisen oder Batterien, die sehr schnell aufladen und besonders betriebssicher sind. Außerdem forscht Grey an kostengünstigen und langlebigen Speichersystemen für Strom aus regenerativen Quellen. «Clare Greys Forschung zielt darauf ab, elektrische Energie effizient und nachhaltig zu speichern», so Tschentscher weiter. Die Forschung zu den neuen Batterie-Technologien ist auch Grey zufolge wichtig, um die Klimaziele erreichen zu können. Sie müsse «bereits heute voll in Angriff» genommen werden, sagte sie dazu. «Morgen ist es zu spät!»

Grey studierte Chemie an der britischen Oxford University. Nach ihrer Promotion 1991 ging sie an die Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen. Nach Stationen in den USA wurde sie 2009 Professorin an der britischen University of Cambridge.

Der Körber-Preis, der zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen zählt, wird seit 1985 vergeben. Bislang sechs Preisträgerinnen und Preisträger erhielten im Anschluss auch den Nobelpreis.

© dpa-infocom GmbH

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