Fürst Albert II. von Monaco besucht Kieler Woche

08.09.2021 Auf den Spuren des Ur-Ur-Großvaters in Kiel: Fürst Albert II. von Monaco besucht die Kieler Meeresforscher und tauft ein Unterwasserfahrzeug auf den Namen seines Vorfahren. Der war oft Gast auf der Kieler Woche.

Fürst Albert II. von Monaco winkt von einem Balkon des Herzoglichen Museums. Foto: Jens Kalaene/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fürstlicher Glanz auf der Kieler Woche: Fürst Albert II. von Monaco hat am Mittwoch - auch aus privatem Interesse - Kiel besucht. Nach einem Mittagessen unter anderem mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) besuchte das monegassische Staatsoberhaupt das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung.

Dort taufte der 63-Jährige ein Unterwasserfahrzeug auf den Namen seines Ur-Ur-Großvaters Albert I. Er sei darüber glücklich und bewegt, sagte Fürst Albert II. nach der Taufe. Anschließend schrieb er mit einem Stift den lateinischen Spruch «Ex abyssis ad alta» (zu deutsch: Von der Tiefe an die Oberfläche) auf das Fahrzeug. Das autonome Unterwasserfahrzeug ist gut 1,5 Meter lang und kann laut Geomar 200 Meter tief tauchen. Es hat unter anderem ein Seitensichtsonar und einen Sauerstoffsensor installiert. Es dient auch zur Kartierung des Meeresbodens.

«Im Mittelpunkt der Zeremonie, die uns heute vereint, steht das Vertrauen in die Wissenschaft, ihr Fortschrittsversprechen und ihre Fähigkeit, auf das Schicksal der Menschheit und unseres Planeten einzuwirken», sagte Fürt Albert II. Das Unterwasserfahrzeug verkörpere diesen Gedanken. Der Fürst setzt sich seit langem für den Schutz der Meere ein und wurde für sein Engagement als Meeresschützer in Kiel 2016 mit dem Deutschen Meerespreis ausgezeichnet.

Die Verbindungen zwischen dem Fürstentum und den Kieler Meeresforschern reichen mehr als 100 Jahre zurück. Mit dem Kieler Wissenschaftler Otto Krümmel pante Albert I. nach Geomar-Angaben Anfang des 20. Jahrhunderts internationale Forschungsprojekte im Mittelmeer. Auf Initiative von Albert I. wurde 1919 der Mittelmeerforschungsrat gegründet.

«Es ist uns eine große Ehre, dass wir Fürst Albert II. als Taufpaten gewinnen konnten», sagte Geomar-Direktorin Katja Matthes. Er sei ein wahrer Botschafter für den Ozean. Das Institut wolle die Kooperation mit dem Fürstentum verstärken. Der Ozean werde wärmer, saurer und verliere Sauerstoff. «Aber der Ozean hilft uns auch, den Klimawandel zu bekämpfen.» Dort setze die Forschung an. Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) betonte mit Blick auf die Meeresforschung im Norden, «wir sind stolz auf diesen Forschungsschwerpunkt und die internationale Anerkennung».

Nach Angaben der Stadt Kiel war der Vorfahr des amtierenden Fürsten zwischen 1898 und 1914 elfmal auf der Kieler Woche und pflegte gute Beziehungen zu den hiesigen Landesvertretern, Forschern und Mitgliedern des Kieler Yacht-Clubs.

Fürst Albert II. wollte am Mittwoch auch das ehemalige Gebäude des Yacht-Clubs besuchen - heute Sitz des Instituts für Weltwirtschaft. Abends sollte er Ehrengast beim festlichen Kieler-Woche-Abend des Landes Schleswig-Holstein sein.

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