Leonhard verteidigt 2G-Modell in der Bürgerschaft

01.09.2021 Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat das 2G-Optionsmodell gegen Kritik verteidigt. Das Pandemiegeschehen entwickle sich inzwischen bei Geimpften und Ungeimpften ganz unterschiedlich. «Da beißt die Maus keinen Faden ab», sagte Leonhard am Mittwoch in der Hamburgischen Bürgerschaft. Alle Impfstoffe zeigten eine gute Wirkung, schwere Krankheitsverläufe gebe es bei Geimpften fast nicht. Daher stelle sich die Frage, welche Einschränkungen man den Geimpften noch zumuten und welche Rechte man ihnen weiter versagen wolle. «Und in diesem Lichte ist die 2G-Option zu betrachten.»

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die 2G-Option bedeutet: Seit dem Wochenende können Veranstalter und Wirte in Hamburg selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind. Alternativ können sie weiter das 3G-Modell nutzen - also auch Ungeimpfte mit negativen Corona-Schnelltests akzeptieren. Zwischen den Modellen kann jederzeit gewechselt werden, auch die Laufzeit ist frei wählbar. Einzige Bedingung: Wer das 2G-Modell nutzt, muss es anmelden.

Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus hatte zuvor kritisiert, dass es sich der rot-grüne Senat mit den 2G-Regeln zu einfach mache. Angst vor sozialer Ausgrenzung oder Jobverlust sei kein guter Ratgeber für eine Impfung und drohe die Gesellschaft zu spalten. Dies müsse verhindert werden und die Impfquote stattdessen durch Ermutigung, Aufklärung und Belohnung erhöht werden. Sinnvoll sei auch ein 3G-Plus-Modell, das statt auf Schnelltests auf sicherere PCR-Tests setze. Die AfD nannte die Regeln unverhältnismäßig.

Die fraktionslose FDP-Politikerin Anna von Treuenfels-Frowein kritisierte, dass der Senat die Corona-Verantwortung mit der 2G-Regel an die Wirtschaft abgegeben habe. Auch sie warnte vor einer Spaltung. Es entstehe ein mittelbarer Impfdruck und sei der falsche Weg. Der CDU-Gesundheitsexperte Stephan Gamm hielt das 2G-Modell grundsätzlich für sinnvoll, forderte aber Nachbesserungen etwa für Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

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