Neues Nest der Asiatischen Hornisse in Hamburg gefunden

31.08.2021 In Hamburg taucht ein neues Nest der Asiatischen Hornisse auf. Es ist der erste Fund in der Hansestadt in diesem Jahr. Für heimische Bienen können die invasiven Insekten gefährlich werden.

Ein Asiatische Hornisse (Vespa Velutina Nigrithorax). Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein neues Nest der Asiatischen Hornisse ist im Hamburger Stadtteil Farmsen-Berne gefunden worden. Wie der Biologe Kai Schütte von der Universität Hamburg berichtete, wurde es in einem privaten Garten in einem Buchsbaum entdeckt. Mit Hilfe eines Ehrenamtlers entfernte der Biologe das Nest im Auftrag der Umweltbehörde am vergangenen Freitag. «Die Asiatische Hornisse steht auf der EU-Liste der invasiven Arten, die sich in Ausbreitung befinden», erklärte er dies. Gefundene Nester müssten deshalb unverzüglich entfernt werden.

Für den Menschen sind die Asiatischen Hornissen der Umweltbehörde zufolge nicht gefährlicher als die heimischen Europäischen Hornissen. Für heimische Bestäuber wie Bienen könnten sie jedoch zur Gefahr werden. Unter anderem deshalb solle die Verbreitung der Art verhindert werden.

Bei dem Nest in Farmsen-Berne handelte es sich nach Schüttes Angaben um den ersten Fund in Hamburg in diesem Jahr. «Es hatte einen Durchmesser von etwa dreißig Zentimetern. Darin haben wir rund dreihundert Flugtiere plus Brut - das heißt Eier, Larven und Puppen - gefunden», beschrieb Schütte das entfernte Nest. Außerdem habe es Anzeichen dafür gegeben, dass die Nestbewohner bald umziehen wollten. Neben dem Primärnest bauen Asiatische Hornissen dem Biologen zufolge nämlich in der Regel ein Zweitnest, welches sie hoch in Bäumen platzieren. Mit dem Entfernen des Nestes solle die weitere Reproduktion der Art unterbunden werden.

Bereits im Juni hatte die Umweltbehörde Hamburg dazu aufgerufen, Sichtungen der Asiatischen Hornisse zu melden. Sowohl einzelne Tiere als auch Nester seien dabei relevant. Die gebietsfremde Hornissenart falle insbesondere durch ihre überwiegend schwarze Färbung auf. In der Vergangenheit waren bereits Sender verwendet worden, mit denen einzelne Hornissenarbeiterinnen ausgestattet wurden. Mittels Radiotelemetrie konnten diese dann bis zu ihren Nestern verfolgt und die Nester anschließend entfernt werden, wie Schütte weiter berichtete.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) stammt nach Angaben der Umweltbehörde ursprünglich aus Südostasien. Im Jahr 2004 wurde sie nach bisherigen Erkenntnissen zum ersten Mal in Europa gesichtet. Nachdem sie 2014 dann in Süddeutschland entdeckt wurde, tauchte sie im September 2019 erstmals in Hamburg auf. «Wahrscheinlich ist sie mit einem Transportmittel nach Hamburg gekommen, da keine kontinuierliche Verbreitung festzustellen war», so Schütte weiter.

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