Nachfrage nach Kleingärten durch Corona gestiegen

21.08.2021 Die Nachfrage nach einem Kleingarten ist in Schleswig-Holstein durch die Corona-Krise gestiegen. «Die Bürger haben erkannt, wie wichtig ein Rückzugsraum "Grün" ist», sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Schleswig-Holstein der Gartenfreunde, Thomas Kleinworth. «Besonders Menschen, die auf Etage wohnen und zum Zeitpunkt des Lockdowns quasi eingesperrt waren, nutzten den Kleingarten zum Ausgleich des Alltages.» Dieses gelte auch im ländlichen Raum.

Ein grüner Gartenzwerg steht in einem Kleingarten. Foto: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zurzeit sein besonders in den ländlichen Kreisen keine freien Parzellen zu bekommen. Mittelfristig müsse aber mit einem Rückgang in der ländlichen Region gerechnet werden. «Wer auf dem Land wohnt und ein Haus mit Garten hat, benötigt keinen Kleingarten mehr», sagte Kleinworth. Umso wichtiger werde der Erhalt und eine zukunftsorientierte Entwicklung in den Städten sein. «Da wo es eine große Dichte an Menschen gibt, ist der Wunsch nach Grün groß.» Viele Vereine hätten inzwischen ihre Wartelisten geschlossen.

Urban Farming, der naturnahe Anbau von Obst und Gemüse, sei im Kleingarten voll im Trend, nicht nur bei jungen Familien, sagte Kleinworth. Der ökologische Fußabdruck eines Bürgers mit Kleingarten sei weit geringer als von jemanden, der seinen Urlaub weit weg vom Wohnort mache und sein Obst oder Gemüse nicht regional besorge. «Die Pflanze, der Boden als CO2-Speicher, als Klimaanlage und Feinstaubfilter: Der Garten bietet alle Argumente, dass eigentlich die gesamte Fridays for Future - Bewegung bei uns Mitglied sein müsste.»

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