Rendsburger Frauenmorde: Angeklagter stritt Schuld ab

12.08.2021 Der Angeklagte im Prozess um zwei Frauenmorde in Rendsburg soll nach dem Auffinden der ersten Frauenleiche bestritten haben, die 40-Jährige gekannt zu haben. Er kenne weder den Namen noch die Frau, habe der Mann nach seiner Festnahme durch ein Mobiles Einsatzkommando der Polizei gesagt, berichtete eine Kripobeamtin am Donnerstag als Zeugin vor dem Kieler Landgericht. «Er sagte, er sei sich keiner Schuld bewusst», erinnerte sich die Zeugin.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Ermittler seien auf den 41-jährigen mutmaßlichen Doppelmörder im Zuge einer Rekonstruktion von Handydaten der 40-Jährigen gestoßen, sagte die Beamtin des Landeskriminalamtes in Kiel. Dabei seien in Chatverläufen «auffällige und intensive Kontakte» zwischen ihm und ihr festgestellt worden. Die Inhalte «passten sehr zu dem, was wir vor Ort an Sexpraktiken und Fesselung vorgefunden haben», sagte sie. Dadurch sei er ins Visier geraten.

Der Angeklagte wurde am 30. Oktober 2020 in seiner Rendsburger Wohnung festgenommen - rund vier Wochen nach dem Auffinden der Leiche der 40-Jährigen in deren Rendsburger Wohnung. Die zweite Tote, eine 26-jährige aus Geesthacht, wurde erst danach auf seinem Dachboden gefunden. Diese Frau soll er bereits im August 2018 umgebracht und auf dem Dachboden unter Bettwäsche und hinter Bananenkisten versteckt haben. Er sitzt seit Anfang November in Untersuchungshaft.

Laut Anklage tötete der mutmaßliche Doppelmörder beide Frauen «zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier und heimtückisch». Demnach wurden beide Opfer geschlagen, gefesselt und mit über den Kopf gezogenen Plastiktüten erstickt. Der 41-Jährige schweigt vor Gericht. Das Urteil soll am 10. September verkündet werden.

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