Online, China und Tesa ziehen Beiersdorf aus Corona-Krise

05.08.2021 Die Corona-Pandemie hatte Umsatz und Gewinn von Beiersdorf mit Marken wie Nivea, Hansaplast und Tesa im vorigen Jahr abstürzen lassen. Doch inzwischen laufen die Geschäfte wieder deutlich besser - und übertreffen sogar das Vorkrisenniveau.

Der Schriftzug "Beiersdorf". Foto: picture alliance / Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat die herben Dämpfer aus dem Corona-Krisenjahr mehr als wettgemacht. Getrieben von einer forcierten Onlinepräsenz, der konjunkturellen Erholung in Amerika und China und der stark wachsenden Klebstoffsparte Tesa legte der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2021 um 12,3 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu, wie die Beiersdorf AG am Donnerstag berichtete. Der Überschuss lag mit 404 Millionen Euro fast 39 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2020. Vorstandschef Vincent Warnery äußerte sich zufrieden, dass das Geschäft inzwischen sogar das Vorkrisenjahr 2019 übertreffe.

Beim Ausblick bleiben die Hamburger angesichts der immer noch nicht überstandenen Pandemie zurückhaltend und wollen präzise Prognosen für 2021 und 2022 erst mit den Neun-Monatszahlen Ende Oktober veröffentlichen. Fest steht laut Finanzchefin Astrid Hermann bereits, dass sich die stark erhöhten Rohstoffpreise sowie steigende Transportkosten im Ergebnis niederschlagen dürften. Ob Kunden mit Preiserhöhungen rechnen müssen, ließ Beiersdorf offen.

Beiersdorf hatte 2019 ein Investitionsprogramm in dreistelliger Millionenhöhe gestartet, mit dem neben dem Thema Nachhaltigkeit vor allem die Digitalisierung im Geschäft mit Konsumenten vorangetrieben werden soll. Aus Warnerys Sicht beginnt dies, Früchte zu tragen. Der Franzose hatte erst vor drei Monaten das Ruder bei Beiersdorf übernommen, nachdem sein Vorgänger Stefan De Loecker überraschend den Konzern verlassen musste.

Im ersten Halbjahr 2021 mache das E-Commerce-Wachstum ein Viertel des Wachstums im Massengeschäft aus, sagte Warnery. «Aktuell liegt unser Online-Absatz bei circa 9 Prozent. Dieser Anteil soll weiter steigen, das steht ganz oben auf meiner Agenda.» Beiersdorf ist im Konsumentengeschäft mit Hautpflegemarken wie Nivea, Eucerin und Florena sowie Pflastern (Hansaplast) bekannt.

Auf dem chinesischen Markt sieht sich Beiersdorf inzwischen als «einer der erfolgreichsten Akteure für Schönheitsprodukte» mit einem Wachstum im ersten Halbjahr von 44 Prozent im Vergleich zu 2020 und 12 Prozent im Vergleich zu 2019. Beiersdorf hatte sich dort für die Vermarktung von Eucerin sogar für eine rein digitale Strategie entschieden. «Mit unserem eigenen Online-Shop auf Tmall von Alibaba gelang eine schnelle Ausweitung der Online-Präsenz von Eucerin. Ziel ist es, nach und nach bei allen führenden digitalen Plattformen in China vertreten zu sein», sagte Warnery.

Wichtige Säule des Beiersdorf-Konzerns ist der Klebebandspezialist Tesa, der sowohl im Konsumentengeschäft als auch in der Industrie stark vertreten ist. Tesa konnte den Umsatz im ersten Halbjahr um gut ein Viertel auf 773 Millionen Euro steigern. Größte Antreiber waren das Elektronikgeschäft in Asien sowie die weltweite Erholung der Automobilindustrie. Ein Tesa-Fokus liegt derzeit bei thermisch leitfähigen Klebebandlösungen für Smartphones und Smartwatches. Im Autobereich profitiert Tesa von E-Mobilität und Automatisierung, bei denen der Schutz vor Hitzeentwicklung und Feuer eine große Rolle spielt.

© dpa-infocom GmbH

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